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Partnerschaft als Werkzeug für den Dialog

Heute fand eine Fachveranstaltung mit dem Titel ‚Entwicklung durch Partnerschaft‘ im Forum der Stadt Zagreb statt, organisiert von der gemeinnützigen Organisation ODRAZ. Die grundlegende Aufgabe der Veranstaltung war es, die Möglichkeiten und Grenzen von Partnerschaften zwischen dem öffentlichen, zivilen und wirtschaftlichen Sektor zu diskutieren.

     Obwohl der Begriff ‚Partnerschaft‘ in verschiedenen Medien zunehmend verwendet wird, sind zielgerichtete und erfolgreiche Partnerschaften in unserem Land leider immer noch selten. Die Veranstaltung wurde von den Ehrengästen, dem Bürgermeister der Stadt Zagreb, Milan Bandić, und dem Leiter der OSZE-Mission in Kroatien, Jorge Fuentes, eröffnet, die solche Initiativen begrüßten. Die einführende Präsentation über Partnerschaft für Entwicklung hielt Lidija Pavić-Rogošić, die Direktorin von ODRAZ.

Sie sprach hauptsächlich über die kroatische Entwicklungspraxis und die Ebenen der Zusammenarbeit – Informationsaustausch, gemeinsame Kommunikation und schließlich Partnerschaft. Sie betonte besonders, dass Partnerschaft nicht das ultimative Ziel sein kann und darf, sondern vielmehr ein Werkzeug, das einen Rahmen für den Dialog zwischen den Beteiligten ermöglichen sollte. Nach Lidija Pavić-Rogošić sprach Josip Čengija, ein Vertreter des Kroatischen Instituts für Brücken und Bauwerke. Dieses Institut hat kürzlich ein Wissenszentrum für PPP eingerichtet, das darauf abzielt, das Wissen über öffentlich-private Partnerschaften zu erhöhen.

Josip Čengija definierte PPP als eine Form der Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Behörden und privaten Partnern, die darauf abzielt, Finanzierung, Bau, Management oder Bereitstellung von Dienstleistungen sicherzustellen. Derzeit ist PPP am weitesten verbreitet im Vereinigten Königreich, während es in Kroatien leider noch in der Verhandlungsphase ist. Die Regierung hat erst im Juni dieses Jahres einen Vorschlag für Richtlinien zur Anwendung vertraglicher Formen von PPP angenommen. Die Hauptvorteile von PPP, wie von Čengija festgestellt, sind monetäre Einschränkungen, d.h. die Entlastung der Schulden des öffentlichen Sektors, die Tatsache, dass Reparaturen und Baufehler nicht von den Bürgern selbst finanziert werden müssen, und schließlich die Entwicklung der Wirtschaft und des privaten Unternehmertums.

Danach sprach Nives Ivelja von der Splittervereinigung ‚Mi‘ über die Möglichkeiten der Partnerschaft im Bereich der sozialen Dienstleistungen – Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Wohlfahrt, mit besonderem Schwerpunkt auf der Partnerschaft zwischen zivilen Verbänden und der Verwaltung. Dušan Širola, der Direktor der Direktion für lokale Selbstverwaltung der Stadt Rijeka, stellte im Rahmen der Veranstaltung das lokale Partnerschaftsprogramm Rijeka vor, für das etwa 160 Millionen Kuna aus dem Stadtbudget ausgegeben wurden, während die lokale Gemeinschaft über 300 Millionen beigetragen hat. Danach fand ein runder Tisch zum Thema ‚Partnerschaft als Anreiz für die Entwicklung der lokalen Gemeinschaft‘ statt.

Er wurde von Gojko Bežovan, dem Präsidenten des Zentrums für die Entwicklung von gemeinnützigen Organisationen (CERANEO), eröffnet, der betonte, dass das Hauptproblem bei der Entwicklung von Partnerschaften die Übernahme der Initiative ist, da Kroatien ein Land mit einem niedrigen Vertrauen in Institutionen ist – was verständlich ist, da die Fortsetzung von Partnerschaften nach einem Regierungswechsel nicht garantiert ist. Der Vorschlag des CERANEO-Vereins ist die Gründung der Zagreber Stiftung für die Entwicklung der Zivilgesellschaft, die die Situation im Bereich der Partnerschaften erheblich erleichtern würde.

Mirjana Matešić, die Direktorin des Kroatischen Wirtschaftsrats für nachhaltige Entwicklung (HRPSOR), versuchte, die Hindernisse bei der Entwicklung von Partnerschaften zu beleuchten. Zlatan Frohlich, der Präsident der Kroatischen Handelskammer – Kammer Zagreb, sprach über die Rolle der Wirtschaftsverbände bei der Entwicklung von Partnerschaften. Die Rolle der Kroatischen Handelskammer, betonte Frohlich, besteht in der Zusammenarbeit bei spezifischen Projekten – Investitionen, Nutzung alternativer Energiequellen, spezielle touristische Angebote, Promotionen original kroatischer Produkte und Ähnliches.

Das Schlusswort erhielt Slavko Dakić, der Leiter des Stadtamtes für strategische Planung, der die Bedeutung von Partnerschaften für die Entwicklung der Stadt Zagreb hervorhob – insbesondere in den Bereichen soziale Wohlfahrt, Umweltschutz und Raumplanung.  (M. O. F.)