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Dollar auf Rekordtiefständen

Der amerikanische Dollar verzeichnete am Donnerstag in den globalen Devisenmärkten neue Rekordtiefstände gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken, unter Druck durch die zunehmend starke Überzeugung der Investoren, dass die US-Notenbank die Leitzinsen nächsten Monat erneut senken wird.

Der Euro erreichte bis zum Mittag einen Rekordwert von 1,4873 Dollar gegenüber dem Dollar und steigerte seinen Wert gegenüber der amerikanischen Währung in diesem Jahr um etwa 12,5 Prozent. Der Greenback schwächte sich auch gegenüber dem Schweizer Franken auf 1,1031 Franken, nachdem er kurzzeitig einen neuen Rekordtiefstand von 1,1006 Franken pro Dollar erreicht hatte. Gleichzeitig stärkte sich der Dollar gegenüber dem Yen auf 108,67 Yen, nachdem er am Mittwoch den niedrigsten Stand gegenüber der japanischen Währung in den letzten zweieinhalb Jahren von 108,23 Yen erreicht hatte.

Die Erwartungen, dass die Fed die Leitzinsen im Dezember erneut senken könnte, setzen den Dollar weiterhin unter Druck, ebenso wie die Erholung der Preise an den Aktienmärkten und die anschließende erneute Vorliebe der Investoren für riskantere Anlageformen. Die Erwartungen für eine Senkung der Leitzinsen in den USA wurden durch die Prognose der US-Notenbank Fed angeheizt, dass das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft im Jahr 2008 langsamer werden könnte. Die Börsen in den USA waren wegen Thanksgiving geschlossen, während sie in Japan am Freitag ebenfalls wegen eines Feiertags geschlossen sein werden. Daher wird mit spärlichem Handel gerechnet, was zu größeren Preisschwankungen auf den Märkten führen könnte.

"Die Situation deutet insgesamt weiterhin stark auf eine Fortsetzung des Trends der Dollarabwertung hin, obwohl die amerikanische Währung gelegentlich an Stärke gewinnen wird, da wir glauben, dass Währungen mit höheren Renditen erneut unter Druck geraten werden," erklärt Ian Stannard von BNP Paribas. In der Zwischenzeit erklärten deutsche Exporteure über den BGA-Verband, dass sie mit einem Wechselkurs von 1,50 Dollar für den Euro zurechtkommen können. Der CEO des Automobilgiganten Daimler erklärte jedoch, dass sein Unternehmen die Produktivität steigern müsse, um die Auswirkungen der Wechselkurse auszugleichen. "Wir können nur versuchen, den Gesamtzustand unserer Kosten zu verbessern. Eine noch größere Aufgabe besteht darin, die Produktivität zu steigern," sagte Dieter Zetsche. (H)