Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag ihre Leitzinsen um ein Viertel Prozentpunkt auf 4,25 Prozent erhöht, was die erste Zinserhöhung in der Eurozone seit über einem Jahr markiert, hauptsächlich aufgrund der steigenden Inflation.
Die Entscheidung wurde erwartet, nachdem EZB-Präsident Jean-Claude Trichet im letzten Monat auf eine solche Möglichkeit hingewiesen hatte, und nachdem die jährliche Inflationsrate in der Eurozone im Juni einen Rekordwert von 4,0 Prozent erreicht hatte. Die EZB hat zuletzt im Juni 2007 die Zinssätze erhöht, und weitere Erhöhungen wurden signalisiert, bis Turbulenzen an den Finanzmärkten sie zwangen, einen 1,5-jährigen Zyklus von Zinserhöhungen zu beenden, in dessen Verlauf die Zinssätze insgesamt achtmal von zwei auf 4,0 Prozent erhöht wurden. Eine große Mehrheit der Analysten hatte eine Zinserhöhung bei der EZB-Sitzung Anfang Juli erwartet, nachdem führende Gesetzgeber auf eine solche Möglichkeit hingewiesen hatten, sowie aufgrund negativer Nachrichten zur Inflation. Alle Augen der Investoren sind nun auf die Pressekonferenz gerichtet, bei der der EZB-Präsident den Zustand der Wirtschaft erörtern wird, um potenzielle neue Hinweise zu zukünftigen Bewegungen der Zinssätze in der Eurozone zu geben. (H)
