Mit Beginn des neuen Jahres intensiviert sich eine Welle von Entlassungen in Unternehmen weltweit, da der Rückgang der Nachfrage durch drastische Kostensenkungen ausgeglichen wird und die katastrophalen Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise selbst Billionäre nicht verschont haben.
Die größte britische Einzelhandelskette für Kleidung und Lebensmittel, Marks & Spencer, gab heute die Entlassung von mehr als 1.200 Mitarbeitern bekannt, nachdem sie im letzten Quartal des vergangenen Jahres die schlechtesten Verkaufszahlen der letzten 10 Jahre verzeichnete. Diese Gruppe, die auf eine 125-jährige Tradition zurückblickt, verzeichnete im britischen Markt im letzten Quartal einen Rückgang der Verkaufszahlen um 7,1 Prozent. Sie gab auch bekannt, dass sie für mindestens weitere 12 Monate mit ‚herausfordernden‘ wirtschaftlichen Bedingungen rechnet. Einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt, Alcoa, kündigte die Entlassung von 13.500 Mitarbeitern an, was 13 Prozent seiner Gesamtbelegschaft ausmacht, aufgrund intensiver Sparmaßnahmen und Produktionskürzungen, da die Nachfrage nach seinen Produkten sinkt.
Es wurde auch ein Gehaltsstopp für alle Mitarbeiter und Neueinstellungen angekündigt. All dies soll zu jährlichen Einsparungen von 450 Millionen Dollar führen. Analysten glauben, dass Alcoas Wettbewerber, darunter Russlands Rusal und Rio Tinto, ebenfalls gezwungen sein werden, die Produktion zu drosseln, um Angebot und Nachfrage auf dem globalen Aluminiummarkt zu stabilisieren. Es wird auch erwartet, dass amerikanische Einzelhandelsketten im Dezember trotz Verkäufen schlechte Verkaufszahlen melden werden, da das Verbrauchervertrauen dort mit steigender Arbeitslosigkeit sinkt.
Neue Arbeitslosenzahlen in den USA werden voraussichtlich am Freitag veröffentlicht. Es wird erwartet, dass sie einen Verlust von einer halben Million Arbeitsplätzen allein im Dezember zeigen, was den Gesamtverlust für das gesamte Vorjahr auf 2,4 Millionen bringen könnte. Es wird auch erwartet, dass die offiziellen deutschen Daten im Dezember einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der größten europäischen Volkswirtschaft zum ersten Mal seit 2006 zeigen werden. Die Krise fordert auch unter den Billionären ihren hohen Tribut, nicht nur unter ‚gewöhnlichen‘ Arbeitern.
