Heute wurden mehr als 100.000 gefälschte DVDs, CDs, VHS-Kassetten und Audiokassetten am Standort Jadran Film in Zagreb zerstört. Die Zerstörung der Fälschungen wurde von den Gerichten angeordnet, nachdem mehr als 300 rechtskräftige Urteile in Strafverfahren gefällt wurden.
An der Zerstörung und der zu diesem Anlass von Mitgliedern der Kampagne ‚Stop Pirates‘ abgehaltenen Konferenz nahmen Vertreter der Film-, Musik- und Softwareindustrie, Vertreter staatlicher Institutionen und kroatische Künstler teil. Piraterie ist ein ernstes Problem, das sowohl Einzelpersonen als auch der Gesellschaft als Ganzes schadet, und Piraten sind Parasiten, die von der Kreativität, dem Talent, dem Unternehmertum und den Investitionen anderer leben, erklärte Zoran Vujasin, Sekretär des Verbands zum Schutz audiovisueller Werke und Anwalt, der auf Patentrecht spezialisiert ist. Er betont, dass die staatlichen Stellen im Kampf gegen Piraterie effizienter sein müssen, da Piraten gebildete und organisierte Personen sind, die eine de facto parallele kriminelle Industrie entwickelt haben. Seiner Meinung nach ist der rechtliche Rahmen, den Kroatien in diesem Bereich hat, einer der besseren in Europa, aber die Institutionen müssen schneller und effizienter handeln.
Es wird geschätzt, dass in Kroatien die Piraterierate von Filmwerken etwa 65-70 Prozent des Gesamtverbrauchs beträgt, aus dem mehr als offensichtlich ist, dass die Verluste für diese Branche sehr erheblich sind. Die Situation ist bei Musikwerken noch schlimmer, wo die Piraterierate über das Internet 90 Prozent übersteigt, während die Rate im Zusammenhang mit klassischer Piraterie bei etwa 25 Prozent liegt. Die finanziellen Verluste für die Musikindustrie und den Staatshaushalt übersteigen jährlich 150 Millionen Kuna. Die Rate unlizenzierter Software auf Personalcomputern beträgt 54 Prozent, und der kommerzielle Wert solcher Software betrug 2009 349 Millionen Kuna.
Piraterie betrifft nicht nur die auf Urheberrecht basierenden Industrien, die in Kroatien laut einer Untersuchung des Staatlichen Amtes für geistiges Eigentum etwa 4,3 Prozent des BIP jährlich generieren, sondern es gehen auch erhebliche Mittel aus dem Staatshaushalt und von allen Bürgern verloren. Piraterie behindert auch den Anstieg der Beschäftigung in diesem Sektor, der laut Forschung fast 5 Prozent der insgesamt Beschäftigten im Land beschäftigt. Der Staatshaushalt verliert Geld, da er keine Steuern oder Beiträge für Renten und Krankenversicherungen erhebt, die von den Beschäftigten in diesen Branchen generiert würden.
