Home / Medien und Publikationen / Spekulationen über griechische Schulden bremsen den Euro

Spekulationen über griechische Schulden bremsen den Euro

Der Euro hat sich am Donnerstag im unregelmäßigen Handel an den internationalen Devisenmärkten leicht gegenüber dem Dollar gestärkt, da die Anlegerneigung für als riskant erachtete Vermögenswerte durch Spekulationen über eine mögliche Umstrukturierung der griechischen Schulden gedämpft wurde.

Der Euro stärkte sich somit auf 1,4255 Dollar. Der Dollar erreichte sein höchstes Niveau seit drei Wochen gegenüber dem japanischen Yen und wurde bei 81,95 Yen gehandelt. Analysten interpretieren, dass die Anleger nach Gelegenheiten suchen, Euros und Währungen zu kaufen, die sie als riskanter erachten, nachdem deren Werte kürzlich gefallen sind. Sie verweisen auf einen Bericht, der eine Aussage des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, zitiert, dass die EZB im Falle einer Umstrukturierung der griechischen Schulden keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheiten akzeptieren würde. Ein Sprecher der EZB erklärte, dass diese Meinung auch vom Chefvolkswirt der Bank, Juergen Stark, geteilt wird. "Es gibt Hinweise darauf, dass Anleger Dollar verkaufen und riskantere Währungen kaufen wollen, aber es ist noch zu früh für eine aggressive Erholung des Euros," sagte Sebastien Galy von der Societe Generale. "Die Beamten der Eurozone machen immer noch viel Lärm über mögliche Lösungen für das griechische Schuldenproblem," erklärt er.

Ökonomen bezweifeln, dass die EZB tatsächlich bereit ist, griechische Anleihen abzulehnen, und behaupten, es handele sich um eine Verhandlungsstrategie, die darauf abzielt, eine potenzielle Umstrukturierung der griechischen Schulden zu verhindern. Diejenigen, die eine konstruktive Haltung gegenüber dem Euro befürworten, erwarten eine mögliche Verlängerung der Rückzahlungsfrist für griechische Kredite oder eine ähnliche Variante der ’sanften Umstrukturierung‘. Dies, glauben sie, würde letztendlich den Euro unterstützen, insbesondere angesichts der Verwundbarkeit des Dollars gegenüber den fiskalischen Problemen der USA. Das US-Finanzministerium gab am Montag bekannt, dass es die gesetzliche Schuldenobergrenze von 14,290 Billionen Dollar erreicht hat. Es wurden außergewöhnliche Maßnahmen vorgeschlagen, um einen Verstoß gegen diese Obergrenze zu verhindern. Das Kabinett von Präsident Barack Obama verhandelt mit dem Kongress über eine Erhöhung. Der Yen hingegen steht unter Druck aufgrund des gestiegenen Anlegerinteresses an riskanten Vermögenswerten sowie aufgrund von Regierungsdaten, die zeigen, dass die Aktivität in der japanischen Wirtschaft im ersten Quartal deutlich stärker zurückgegangen ist als erwartet. (H)