Standard and Poor’s (S&P) hat Italiens Kreditrating um einen Punkt herabgestuft und warnt vor sich verschlechternden Wachstumsaussichten und schädlicher politischer Unsicherheit.
S&P hat Italiens Rating auf ‚A/A-1‘ von ‚A+/A-1+‘ herabgesetzt und gleichzeitig einen negativen Ausblick bestätigt. Die Agentur hatte das Rating Italiens im Mai zur Überprüfung auf mögliche Herabstufung gestellt. Sie erklärt nun, dass sich die Wachstumsaussichten verschlechtern und es nur wenige Anzeichen dafür gibt, dass die Mitte-rechts-Regierung unter Silvio Berlusconi dieses Problem effektiv angehen könnte. Unter wachsendem Druck, die Schulden von 1,9 Billionen Euro zu reduzieren, hat die Regierung in Rom letzte Woche einen Sparplan von 59,8 Milliarden Euro im Parlament durchgesetzt und ein ausgewogenes Budget bis 2013 versprochen.
Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass das wiederholt modifizierte Paket von Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen, das nur nach mehreren Überarbeitungen vereinbart wurde, wesentlich zur Lösung von Italiens grundlegendem Problem der hartnäckigen Wachstumsstagnation beitragen wird. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte am Dienstag, dass S&P’s Herabstufung von Italiens Kreditrating nicht die Realität widerspiegelt und betonte, dass seine Regierung bereits Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums vorbereitet. "Es scheint, dass S&P’s Rating von Zeitungsartikeln und nicht von der Realität diktiert wird und dass es negativ von politischen Umständen beeinflusst wurde," behauptete Berlusconi. Er fügte hinzu, dass seine Regierung bereits Maßnahmen für ein ausgewogenes Budget im Jahr 2013 genehmigt hat und wachstumsanregende Maßnahmen vorbereitet, die kurzfristig bis mittelfristig Früchte tragen sollten. (H)
