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Šantić: Ich erwarte keine signifikanten Veränderungen im Euro-Wechselkurs

Nachdem die Kroatische Nationalbank (HNB) berichtete, dass der durchschnittliche Wechselkurs des Euros zum ersten Mal seit sechs Jahren die Marke von 7,50 Kuna überschritten hat, könnte der Rat der Zentralbank bei der heutigen außerordentlichen Sitzung den erforderlichen Mindestreservesatz für Banken in Kuna erhöhen, um die Abwertung der heimischen Währung zu stoppen.

Obwohl der Euro in den letzten Tagen auf den globalen Währungs-märkten aufgrund der Schuldenkrise in der Eurozone geschwächt wurde, stärkt er sich in Kroatien, was zu dieser Jahreszeit ungewöhnlich ist, angesichts des erhöhten Zuflusses von Devisen während der Tourismussaison.„Unabhängig vom erwarteten Wachstum der Deviseneinnahmen aus dem Tourismus von 5 bis 8 Prozent wurden diese Wechselkursniveaus in diesem Jahr erwartet. Im letzten Jahr hatten wir ungewöhnlich niedrige Wechselkursniveaus, was eine Folge der Kreditaufnahme der Zentralregierung und der Unternehmen in Fremdwährungen auf inländischen und ausländischen Märkten war, die den Euro-Wechselkurs nach unten drückte. In diesem Jahr ist die Situation jedoch anders, da ein Teil der Schulden fällig wird, die zurückgezahlt oder refinanziert werden müssen, was die Nachfrage nach Euros erhöht und somit den Druck auf den Wechselkurs erhöht, zu steigen“, sagt Zdeslav Šantić, Chefökonom der Splitska Banka. Die Stärkung des Euros auf dem heimischen Markt ist auch das Ergebnis bescheidener Zuflüsse aus ausländischen Direktinvestitionen und eines verlangsamten Wachstums der externen Schulden.„Ein einstelliger Anstieg dieser Schulden wurde seit 2002 nicht mehr verzeichnet. Daher reduzieren die bescheidenen Zuflüsse ausländischer Investitionen und das verlangsamte Wachstum der externen Schulden einfach das Angebot an Euros auf dem heimischen Markt“, sagt Šantić und betont, dass Kroatien nicht das einzige Land in der Region ist, in dem der Euro-Wechselkurs steigt. In Ungarn schwächt sich ebenfalls die lokale Währung, und eine Änderung der Politik der Zentralbank sowie eine Erhöhung der Leitzinsen werden erwartet, um diesen Druck zu mildern.Šantić erwartet keine signifikanten Veränderungen im Wechselkurs.

„Ich erwarte keine signifikanten Veränderungen bei diesem Wechselkurs von 7,50 Kuna. Die Kuna hat sich nicht signifikant abgeschwächt, da der Euro-Wechselkurs schon lange um dieses Niveau schwankt. Dennoch hat der Durchbruch über diese wichtige Grenze eine psychologische Wirkung“, sagt Šantić. Für die weitere Entwicklung des Wechselkurses wird es wichtig sein zu sehen, wie viele Schatzwechsel in Euro bei der heutigen Auktion des Finanzministeriums ausgegeben werden. Wenn diese Schulden steigen, wird dies den Wechselkurs natürlich senken. Um den Euro-Wechselkurs zu beeinflussen, hat die Zentralbank gestern am Devisenmarkt interveniert und 180,5 Millionen Euro zu einem durchschnittlichen Wechselkurs von 7,4991 Kuna pro Euro verkauft. Die HNB hat auch eine außerordentliche Ratssitzung für heute angekündigt, um, wie angegeben, „die Sterilisation überschüssiger Liquidität im Bankensystem und den Druck auf die Abwertung des Kuna-Wechselkurses gegenüber dem Euro zu reduzieren.„Die Geldpolitik hat genügend Instrumente, Devisenreserven und Spielraum für Reaktionen. Die HNB könnte heute den erforderlichen Mindestreservesatz für Banken in Kuna erhöhen, um überschüssige Kuna-Liquidität abzuziehen und somit den Druck auf die Abwertung des Kuna zu reduzieren“, schließt Šantić. Laut Reuters-Daten lag der Euro-Wechselkurs heute Morgen zwischen 7,45 und 7,53 Kuna, während er gegen 11 Uhr bei 7,48 Kuna lag. (H)