Starkes Wachstum und rekordtiefe Arbeitslosigkeit haben es Deutschland ermöglicht, im vergangenen Jahr sein Haushaltsdefizit zu reduzieren, wie offizielle Daten, die am Freitag veröffentlicht wurden, zeigen.
So verringerte sich das Defizit im vergangenen Jahr auf ein Prozent des BIP, was 25,3 Milliarden Euro entspricht, berechnet vom Statistischen Bundesamt Destatis. Im Jahr zuvor betrug es 105,9 Milliarden Euro oder 4,3 Prozent des BIP.
Die Haushalts Einnahmen beliefen sich auf 1.148 Milliarden Euro, während die Ausgaben 1.173 Milliarden betrugen. Der Wert des BIP lag bei 2.570 Milliarden Euro, so die Mitteilung des Statistischen Bundesamtes.
Der Bund und die Regierungen der 16 deutschen Bundesländer gaben im vergangenen Jahr mehr aus, als sie einnahmen, und verzeichneten Defizite von 26,3 Milliarden bzw. 14,9 Milliarden Euro. Die Kommunen hingegen schlossen das Jahr mit einem moderaten Haushaltsüberschuss von 800 Millionen Euro ab, während das soziale Sicherungssystem den größten Haushaltsüberschuss seit der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1999 verzeichnete, der dank günstiger Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt 15,1 Milliarden Euro betrug.
Deutschland ist es gelungen, die schwierigste Phase der Schuldenkrise in der Eurozone dank gründlicher Strukturreformen, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, zu überwinden, was zu einem starken Wirtschaftswachstum von 3 Prozent im vergangenen Jahr führte. Die Arbeitslosigkeit sank gleichzeitig auf ein Rekordtief.
Die Schuldenkrise hat jedoch auch die größte deutsche Wirtschaft betroffen, was dazu führte, dass die Aktivitäten zum Jahresende stagnieren. Experten erwarten in diesem Jahr eine schnelle Erholung.
