Die Hoffnung, dass das Ergebnis der griechischen Wahlen den Druck auf das verschuldete Spanien und Italien verringern würde, verblasste am Montag schnell, als die Finanzmärkte reagierten, als ob nichts geschehen wäre.
So stiegen die Kreditkosten für beide Eurozonenländer, die von schwachen Staatsfinanzen betroffen sind, erneut, wobei die Lücke zwischen ihren Kosten und den Benchmark-Zinsen Deutschlands weiter wuchs. Die Renditen von 10-jährigen spanischen Staatsanleihen überschritten die Sieben-Prozent-Marke, die oft als langfristig nicht tragfähig angesehen wird, während die entsprechenden italienischen Anleihen leicht über sechs Prozent rentierten. Solche Bewegungen lenken erneut die Aufmerksamkeit auf das grundlegende Problem der Eurozone, nämlich dass kurzfristige Verbesserungen in der Stimmung das Kernproblem nicht ansprechen, nämlich die besorgniserregende Knappheit an Finanzierung in Zeiten wirtschaftlicher Krisen.
– „Die griechischen Wahlen haben die Probleme der Eurozone nicht gelöst“, erklärt ein italienischer Anleihändler ohne zu zögern. Die Reaktion des Anleihemarktes auf das Ergebnis der griechischen Wahlen führt zu dem Schluss, dass die Schuldenkrise der Eurozone eine umfassende Lösung erfordert, und erst dann kann mit einem Beginn der Wiederherstellung des Vertrauens gerechnet werden. Skeptiker müssen nur die neuesten Daten der spanischen Zentralbank betrachten, die den Anstieg des Anteils an faulen Krediten im lokalen Bankensystem auf den höchsten Stand seit April 1994 belegen. Bei den Gesamtkrediten erreichte ihr Anteil 8,72 Prozent. Unter solchen Umständen sind die Märkte nervös, und Investoren halten sich von riskanteren Anlagen fern.
