Die Verluste der amerikanischen Bank JPMorgan aus einem gescheiterten Derivatehandel könnten neun Milliarden Dollar erreichen, was fast fünfmal mehr ist als die Bank im Mai angekündigt hat, berichtete die New York Times am Donnerstag.
Die Zeitung zitiert eine nicht namentlich genannte Quelle, die angibt, dass der interne Bericht der Bank aus dem April darauf hinweist, dass im schlimmsten Fall die Verluste im Derivatehandel acht bis neun Milliarden Dollar erreichen könnten. Einige Aufsichtsbehörden schätzen jedoch, dass der Betrag näher an einer Spanne von sechs bis sieben Milliarden Euro liegt, fügt die NYT hinzu. In der vergangenen Woche berichtete auch der amerikanische Wirtschaftsnachrichtensender CNBC, dass die entsprechenden Verluste der Bank sechs bis sieben Milliarden Dollar nicht überschreiten würden, vorausgesetzt, JPMorgan reagiert schnell und schließt die problematischen Positionen.
Der CEO von JPMorgan, Jamie Dimon, erklärte, dass die endgültigen Verluste aus dem Handel höher als zwei Milliarden Dollar sein könnten, wie im Mai angekündigt. Zum Vergleich: Die Bank erzielte im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinn von 5,4 Milliarden Dollar. Deutlich höhere Verluste würden neue Fragen zu großen amerikanischen Banken an der Wall Street aufwerfen, die von Kritikern beschuldigt werden, ihren Status als ‚too big to fail‘ für riskante Spekulationen zu nutzen. Sie warnen auch, dass dies erneut die angeschlagene amerikanische Wirtschaft gefährden könnte. Die gescheiterte Spekulation von JPMorgan hat Zweifel genährt, dass die USA die Regulierung des Finanzsektors nach der Finanzkrise von 2008 angemessen reformiert haben, deren Hauptursachen gerade die riskanten Handelsgeschäfte an der Wall Street waren. Die NYT schreibt, dass JPMorgan am 13. Juli einen Teil der Gesamtschäden im Rahmen des Geschäftsberichts für das zweite Quartal bekannt geben wird.
