Recycling wäre viel besser gewesen. Wenn Alanis Morissette ihr meisterhaftes Album ‚Jagged Little Pill‘ wirklich recycelt hätte, wäre vielleicht etwas aus ihrem achten Album ‚Havoc and Bright Lights‘ herausgekommen.
Es wäre eine Wiederholung, aber eine gute Wiederholung. So wie es ist, ist es nur ein endloser Strom von albernem Material mit Songs, die klingen, als wären sie von glücklich verliebten Teenager-Mädchen mit einer Gitarre komponiert worden. Natürlich kann niemand erwarten, dass man ein sarkastisches, bitteres, halbzerstörerisches Genie bleibt, wie Alanis es in ihrer Jugend war, für sein ganzes Leben. Ihre glückliche Phase der Mutterschaft, in der sie darüber singt, ‚durch die Linse der Liebe zu sehen‘, erweist sich jedoch nicht als besonders inspirierend. Selbst die Songs, in denen sie etwas wütend auf bestimmte Menschen zu sein scheint und die Gefühle, die sie für sie hat, nicht mag, wie ‚Numb‘ oder ‚Celebrity‘, sind so poliert, dass der einzige Instinkt des Zuhörers ist, sie sanft auf den Kopf zu tätscheln und zu lächeln, weil bekannt ist, dass alles gut werden wird. Die erste Single ‚Guardian‘ ist hervorragend als Haupttrack des Albums gewählt, weil sie all die Lieblingsklischees von Alanis in einen erstklassigen Song zusammenfasst. Im offiziellen Musikvideo zu diesem Song spielt Alanis etwas rockig Gitarre. Sie könnte auch Celine Dion sein.
