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Urteil für Sanader nächsten Monat?

Im Verlauf des Prozesses gegen Ivo Sanader im INA-MOL-Skandal sollte Stephan Hurliman, der Direktor des Schweizer Unternehmens ‚Ksenoplast‘, das Robert Ježić gehört, per Videoverbindung aussagen.

Die Staatsanwaltschaft konnte jedoch seine Aussage aufgrund unzureichender Zeit nicht sichern. Staatsanwältin Tamara Laptoš erklärte, dass sie mit den Schweizern in Kontakt stehen und alles Mögliche tun werden, damit Hurliman am 26. Oktober aussagt.

Wie von HRT berichtet, fordern die Schweizer Justizbehörden auch zusätzliche Dokumentationen an. Hurliman hat zuvor erklärt, dass er der Vorladung nicht nachkommen würde, obwohl er einer der Schlüsselzeugen im Fall gegen Sanader ist, dem USKOK vorwirft, die Leitung von INA einem der Führungskräfte des ungarischen MOL für eine Bestechung von 10 Millionen Euro anvertraut zu haben.

Am Tag vor Hurliman wird der Kronzeuge Ježić voraussichtlich erneut im Gerichtssaal des Bezirksgerichts Zagreb befragt. Er hat ausgesagt, dass die fünf Millionen Euro auf dem Konto von Ksenoplast tatsächlich die Bestechung von MOL an Sanader waren, der es der ungarischen Firma ermöglichen sollte, die Managementrechte im kroatischen Ölunternehmen zu übernehmen. Die Hälfte dieses Geldes, so Ježić, befindet sich auf dem Konto des genannten Unternehmens, was Hurliman vor Gericht bestätigen sollte.

Die Verteidigung hingegen behauptet, dass das Geld auf Ježićs Konto keine Bestechung ist, sondern ein Betrag, der ihm von der russischen Firma JUKOS für die Realisierung des Projekts Druzhba Adria gezahlt wurde. Die Behauptungen der Verteidigung wurden vor Gericht von mehreren Zeugen bestätigt, darunter der ungarische Unternehmer Imre Fazekas, der laut der Staatsanwaltschaft im Auftrag von MOL handelte.

Der Prozess ist in die letzte Phase eingetreten, und wenn es keine Überraschungen und neuen Beweisanträge gibt, könnte nächsten Monat ein Urteil gefällt werden.