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Slowenien wird 12 Milliarden Euro benötigen?

Slowenien wird in den nächsten fünf Jahren 12 Milliarden Euro Unterstützung vom Europäischen Stabilitätsmechanismus benötigen, wenn es die geplanten Reformen nicht umsetzt, bewertete der Finanzanalyst Andraž Grahek am Dienstag für das Portal von Slovenian Telekom.

– Wenn wir die Reformen, insbesondere die Rentenreform, in den nächsten ein oder zwei Jahren nicht umsetzen, werden wir den Zugang zum internationalen Anleihemarkt verlieren. Das würde bedeuten, dass wir gezwungen wären, Unterstützung vom ESM in Höhe von 12 Milliarden Euro für die Haushaltsfinanzierung und die Bedienung der Schulden zu suchen – sagte Grahek.
Er fügte hinzu, dass dies die Annahme eines fünfjährigen Programms von Einschränkungen und viel radikaleren Reformen bedeuten würde als die von der aktuellen Regierung Janša vorgeschlagenen, und dass Slowenien Reformen und Maßnahmen zur fiskalischen Stabilisierung in jedem Fall nicht vermeiden kann.

– Wir können Reformen nicht vermeiden; die einzige Frage ist, wer sie umsetzen wird und wann – sagte der slowenische unabhängige Analyst, der kürzlich häufig von globalen Agenturen und Medien als unabhängiger Analyst zitiert wurde, als es darum ging, ob Slowenien internationale finanzielle Unterstützung benötigen wird oder nicht.
Der slowenische Finanzminister Janez Šušteršič erklärte am Montag, dass Slowenien derzeit nicht in Erwägung zieht, Unterstützung von dem neuen Fonds zu suchen, der ein Kreditpotenzial von bis zu 500 Milliarden Euro für Eurozonenländer mit finanziellen Schwierigkeiten hat und der eine entscheidende Rolle für die Stabilität der gemeinsamen Währung spielen und wahrscheinlich eine Senkung der erforderlichen Renditen auf Staatsanleihen stärker verschuldeter Länder in der Europäischen Währungsunion ermöglichen sollte.

Šušteršič äußerte die Zuversicht, dass die derzeitige slowenische Regierung mit ihrem Programm von Reformen und Haushaltskürzungen erfolgreich sein wird und dass es auch zu einem Rückgang der erforderlichen Renditen auf slowenische Anleihen kommen wird. Der slowenische Premierminister Janez Janša sagte am Samstag beim Forum ‚Aktive Bürgerschaft und Unternehmertum‘ in Piran, dass Slowenien im nächsten Jahr mit noch schärferen Kürzungen rechnet, wenn die vorgeschlagenen strukturellen Reformen und andere Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatsausgaben und zur Rehabilitation der Banken nicht umgesetzt werden, und dass nur wenig Zeit für deren Annahme und Umsetzung bleibt.