In diesem Jahr jährt sich die Einführung von zwei wichtigen Instrumenten zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Natur in der Europäischen Union zum 20. Mal: der Habitatrichtlinie und dem Life-Programm, einem finanziellen Programm für die Umwelt.
Vor zwanzig Jahren verabschiedeten die EU-Mitgliedstaaten einstimmig die Habitatrichtlinie, um die am stärksten gefährdeten Arten und Lebensräume in Europa zu schützen. Dies war eine Reaktion auf die Bedenken über den raschen Rückgang der Wildtierpopulationen und den Verlust natürlicher Lebensräume aufgrund von Landnutzungsänderungen, Verschmutzung und Urbanisierung. Um den Arten und Lebensräumen den Raum zur Erholung zu geben, wurde durch die Richtlinie das Natura 2000-Netzwerk von Schutzgebieten und das Life-Finanzinstrument eingerichtet, das strategische Unterstützung bot.
Letzten Monat wurde in Brüssel eine Erweiterung der Rolle des Life-Programms beschlossen, die 10 Prozent der Kosten für das Natura 2000-Ökosystemnetz abdeckt. Das Life-Programm ist ein hervorragendes „Dachprojekt“ für Natura 2000, da es das einzige EU-Programm ist, das ausschließlich Umweltfragen behandelt. Aufgrund seines Profils sollte Life eine größere Rolle zugewiesen werden, um mindestens 20 Prozent des Natura 2000-Fonds abzudecken.
Symbol des neuen Jahrtausends
Life co-finanziert ökologische Initiativen in der Europäischen Union, in einigen Drittstaaten an den Küsten des Mittelmeers und der Ostsee sowie in Beitrittsländern zur EU, die sich entschieden haben, teilzunehmen. Derzeit erhält Life nur 0,2 Prozent des gesamten Jahresbudgets der Europäischen Union. Um zukünftige neue Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten zu übernehmen, muss sein Budget um mindestens 1 Prozent des gesamten EU-Budgets erhöht werden.
Natura 2000 umfasst mehr als 26.000 geschützte Gebiete, wobei fast 18 Prozent des Territoriums der Union in das Netzwerk einbezogen sind, zusammen mit 200.000 Quadratkilometern geschützter Meeresgebiete. Dieses Konzept eines ökologischen Netzwerks von Schutzgebieten, das nationale Grenzen überschreitet, wurde 1992 in Form der EU-Habitatrichtlinie angenommen. Das Netzwerk, das auch Gebiete zum Schutz von Vögeln umfasst, wurde gemäß der Vogelschutzrichtlinie von 1979 Natura 2000 genannt, was das neue Jahrtausend und neue Ansätze zur Bewältigung vieler laufender Probleme symbolisiert, nicht nur im Bereich des Naturschutzes.
