Das griechische Parlament beschloss am Freitag, ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Finanzminister Georgios Papakonstantinou wegen seiner Rolle in der sogenannten ‚Lagarde-Liste‘, einer Liste von Personen, die des Steuerbetrugs verdächtigt werden, einzuleiten.
Nach einer langen Debatte stimmten die Abgeordneten am späten Freitag für eine parlamentarische Untersuchung, um festzustellen, ob Papakonstantinou die Namen seiner Familienmitglieder von dieser Liste entfernt hat. Die Untersuchung könnte zu einer strafrechtlichen Verfolgung wegen ‚Urkundenfälschung‘ und ‚Amtsmissbrauch‘ führen.
Das Parlament wies die Ausweitung der Untersuchung auf Papakonstantinous Nachfolger als Finanzminister und aktuellen Präsidenten der Sozialisten, Evangelos Venizelos, sowie auf zwei ehemalige Ministerpräsidenten, Georgios Papandreou und Lukas Papademos, zurück. Papakonstantinou, einer der Hauptverhandler mit der Eurozone und dem IWF bezüglich des ersten Pakets internationaler Finanzhilfen für Griechenland im Jahr 2010, gab zu, dass er die technische Speicherung dieser Liste nicht gut gehandhabt habe, die nach seinem Ausscheiden aus dem Finanzministerium verschwunden sei.
Frankreich, das sie nach Griechenland geschickt hatte, musste im Dezember eine Kopie an Griechenland zurückgeben. Papakonstantinou bestreitet jedoch jegliche persönliche Beteiligung an dem Betrug, dessen er beschuldigt wird.
