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Pieta – ein Film, der zu schnell vergessen wird

Pieta, ein Film des südkoreanischen Regisseurs Kim Ki-duk, sorgte bei seiner Premiere im letzten Jahr beim Filmfestival von Venedig für Kontroversen.

Er wurde mit dem Goldenen Löwen, dem prestigeträchtigsten Preis des Festivals, ausgezeichnet, nur damit bald Gerüchte aufkamen, dass es sich um einen prozeduralen ‚Fehler‘ handelte und der Preis einem anderen Film, ‚The Master‘ von P. T. Anderson, hätte zukommen sollen. Ob dies wahr ist, wissen wir nicht, aber ‚Pieta‘ hat Schwierigkeiten, die Erwartungen eines prestigeträchtigen Festivalgewinners zu erfüllen. Die Geschichte eines Schuldeneintreibers, der darauf spezialisiert ist, Schuldner zu verstümmeln, um Versicherungszahlungen zu erhalten, und der von einer geheimnisvollen Frau besucht wird, die behauptet, er sei ihr lange verlassener Sohn, ist visuell beeindruckend, dunkel und voller Gewalt, aber auch eher ‚dünn‘, und die Ambition des Regisseurs, dem Film durch die Betonung der zentralen Geschichte als Kritik an der Rücksichtslosigkeit des Kapitalismus zusätzliche Bedeutung zu verleihen, war nicht ganz erfolgreich. Letztendlich ist ‚Pieta‘, trotz seiner visuellen Anziehungskraft, der immer interessanten Prämisse von (mütterlicher) Liebe als Quelle des Leidens und der (Selbst)Zerstörung und einer kraftvollen Rolle (der Hauptdarstellerin), ein Film, der sich langsam vor den Augen des Zuschauers entfaltet, aber auch zu schnell vergessen wird.