Wenn der serbische Wirtschaftsminister Saša Radulović aufgrund des ‚Radikalismus‘ seiner Absichten entlassen wird, könnte er nach Kroatien importiert werden. Das gleiche Rezept für mehr oder weniger die gleichen Probleme.
Es wäre interessant zu sehen, wie ein Land (und eine Gesellschaft) aussehen würde, in dem diese bekannten langweiligen Klischees wirklich herrschen – Marktwirtschaft, förderliches Geschäftsumfeld, rechtliche Sicherheit, klare Verfahren und Institutionen, die im Interesse der Bürger arbeiten. Hier, und offensichtlich im Nachbarland, das aus dem gemeinsamen ehemaligen System hervorgegangen ist, gibt es immer noch kein Zeichen für eine Lehrbuchdemokratie und Kapitalismus, außer natürlich für einige schlechte korrupte Hybride und Mutationen.
Es gibt jedoch nur ein kleines Hindernis auf dem Weg zu diesem potenziellen Personaltransfer – niemand hier (Manager und Bürokraten, die von dem aktuellen Zustand profitieren) will echte Veränderungen. Und die Dinge klingen ganz einfach. ‚Die Institutionen des Systems müssen unabhängig Entscheidungen innerhalb des Rahmens der rechtlichen Kompetenzen treffen und umsetzen und im besten Interesse der Bürger des Landes arbeiten.‘ Musik in den Ohren. Und es könnte nicht einfacher sein.
Das Problem ist, dass wir in Ländern leben, die weder die Institutionen des Systems aufgebaut haben, und die, die es getan haben, sind bis auf die Knochen durchsetzt und privatisiert. Die Unterentwicklung der Institutionen und die fehlgeleitete Wirtschaftspolitik, die auf öffentlichen Ausgaben, Importen und staatlichen Subventionen basiert, sind Probleme, über die Radulović seit langem hartnäckig schreibt, und jetzt als Wirtschaftsminister sollte er sie lösen oder zumindest versuchen, die Dinge in Ordnung zu bringen.
Die Ähnlichkeit der Probleme hier und dort ist enorm. Der grundlegende systemische Fehler ist derselbe. ‚Wenn wir ein System schaffen, in dem Unternehmer ihre Ideen vermarkten und verwirklichen können, haben wir Erfolg. Was sie erfinden und konzipieren, übertrifft alles, was der Minister und die Staatsverwaltung sich ausdenken können. Die Lösung sind die Bürger, nicht der Staat.‘ Der serbische Minister sagt es kurz und klar.
Und es gibt keine staatlichen Strategien oder Pläne, die es besser für Unternehmer und dann für alle anderen machen können, als sich von ihren Rücken zu entfernen und ihnen zu erlauben, zu leben und zu arbeiten. Um Missverständnisse zu vermeiden, ist die Rolle des Staates nach wie vor bedeutend und unersetzlich; er setzt den Rahmen und die Spielregeln. Er wird nicht behindern, noch wird ihn jemand beschuldigen, selbst wenn er sich auf hoher politischer Ebene für seine wirtschaftlichen Interessen engagiert. Allerdings sollte er im Alltag weder Unternehmer ersticken noch sollten diese sich an ihn als allmächtigen Problemlöser wenden.
