Diese Woche war in allen Finanzmärkten, insbesondere im Devisenmarkt (Forex), außergewöhnlich interessant. Mehrere wichtige Ereignisse haben zu neuen starken Verschiebungen im Wert von Währungen, Aktien und anderen Finanzinstrumenten geführt.
Der Fokus liegt natürlich auf dem russischen Rubel, der in nur wenigen Tagen um weitere 25 % gegenüber anderen Währungen geschwächt wurde, was die russische Zentralbank dazu zwang, im Forex-Markt einzugreifen, um den Wechselkurs des Rubels zu stabilisieren. Das Eingreifen war (zumindest vorerst) erfolgreich, und der Rubel hat den zu Beginn der Woche verlorenen Wert seit Mittwoch zurückgewonnen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Analyse liegt der USD/RUB-Wechselkurs auf den Plattformen von Admiral Markets bei 60,37.
Der starke Rückgang zu Beginn der Woche wurde durch einen Panikverkauf des Rubels in einer Situation verursacht, in der niemand die russische Währung kaufen wollte. Infolgedessen haben sogar FX-Broker den Handel mit dem Rubel ausgesetzt, bis sich die Situation beruhigte. Forex-Investoren sind natürlich mit der Handelsaussetzung unzufrieden, da viele außergewöhnlich hohe Gewinne aus der Schwächung des Rubels unter Verwendung finanzieller Hebel erzielt haben.
Ein Teil des Kapitals, das Russland verlässt, ist in der Schweiz gelandet. Aufgrund der extrem hohen Nachfrage nach der Schweizer Währung hat sich der Wechselkurs des Frankens seit mehreren Tagen um 1,2000 bewegt, ein Niveau, das die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu verteidigen versprochen hat. An einem Punkt musste die SNB wie ihre russischen Pendants in den Markt eingreifen, um den Wechselkurs auf dem gewünschten Niveau zu halten.
Gründe und Ziele des Eingreifens sind völlig unterschiedlich
Der Rubel verliert an Wert, weil derzeit niemand ihn halten möchte, und Russland musste eingreifen, um zumindest teilweise das Vertrauen in die russische Währung aufrechtzuerhalten, wenn nicht bei Ausländern, dann zumindest bei russischen Bürgern und Unternehmen.
Auf der anderen Seite ist die Nachfrage nach der Schweizer Währung extrem hoch, sodass die Schweizer ein völlig gegenteiliges Problem haben. Ohne das Eingreifen der Zentralbank würde der Franken übermäßig stark werden, was die Produktion in der Schweiz aufgrund der hohen Produktionskosten unrentabel machen würde. Darüber hinaus würden die Exporte sinken und die Importe erheblich steigen, was zu Produktionsstilllegungen und steigender Arbeitslosigkeit führen würde.
