Die Finanzmärkte haben sich noch nicht von dem Schock erholt, der auf die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag folgte, und ein neues Ereignis braut sich bereits zusammen, das die Finanzmärkte erschüttern könnte. Am Donnerstag, den 22. Januar, findet ein wichtiges Treffen der Gouverneure der Europäischen Zentralbank statt, nach dem es erneut zu plötzlichen Verschiebungen im Wechselkurs des Euro gegenüber dem Schweizer Franken und folglich der Kuna gegenüber dem Franken kommen könnte.
Das Treffen wird entscheiden, ob, wann und in welchem Umfang die EZB ein Geldinjektionsprogramm in das Finanzsystem der Eurozone einführen wird. Ziel eines solchen Programms ist es, die Liquidität im Finanzsystem zu erhöhen und die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln. Das Programm wird seit Monaten diskutiert, aber die EZB zögert, es zu initiieren, da sie versucht, einen Konsens unter den Gouverneuren der Zentralbanken der einzelnen Eurozonen-Mitgliedsländer zu erreichen. Bis vor kurzem war der Gouverneur der deutschen Zentralbank ausdrücklich gegen die Einführung des Geldinjektionsprogramms, da er der Meinung war, dass ein solches Programm keine Ergebnisse liefern würde und viele unerwünschte Folgen hätte, aber er hat kürzlich seine Haltung aufgeweicht, was viele Analysten dazu bringt, zu glauben, dass die Wahrscheinlichkeit einer Einführung des Programms hoch ist. Der Betrag, den die Investoren auf den Finanzmärkten erwarten und auf dem sie ihre Positionen basieren, beträgt etwa 500 Milliarden Euro.
