Von 2009 bis 2016 war es eine gute Zeit für Aktienmarktinvestoren, insbesondere für diejenigen, die in die US-Wirtschaft investierten. Der S&P-Index stieg mehr als dreimal von seinem legendären Tief von 666 im März 2009 auf über 2000 Punkte. Das Jahr 2016 war besonders interessant. Zunächst fiel der Aktienmarkt zu Beginn des Jahres erheblich, dann traten im Laufe des Jahres zwei weitere ‚katastrophale‘ Ereignisse auf, die das Ende der Welt markieren sollten, Brexit und Präsident Donald Trump, aber sie waren äußerst positiv für die Aktienwerte. Das Jahr 2017 verspricht ebenfalls mehrere potenziell ‚katastrophale‘ Ereignisse: Wahlen in Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und Bankenprobleme in Italien. Investoren sollten jedoch an etwas ganz anderem interessiert sein, den Folgen steigender Zinssätze auf die Aktienkurse einzelner Unternehmen, jedoch nicht aus makroökonomischen Gründen, sondern aus mikroökonomischen. Um die Beziehung zwischen Aktienkursen und Zinssätzen aus der Perspektive des einzelnen Unternehmens vollständig zu verstehen, müssen wir verstehen, wie der Aktienwert die Entscheidungsfindung in Unternehmen in einer Wirtschaft beeinflusst, die stark auf den Kapitalmarkt angewiesen ist, wie die USA.
Entfernung der Liquidität
In der US-Wirtschaft ist es völlig normal, dass Geschäftsvorfälle durch den Aktienkurs des Unternehmens normalisiert werden. So werden Managerboni in Optionen und Aktien ausgezahlt, und von Managern wird erwartet, dass sie innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens einen bestimmten Aktienkurs erreichen. Um zu verstehen, wie die Geldpolitik die Aktienwerte beeinflusst, müssen wir wissen, dass die letzten 15 Jahre von signifikant niedrigen Zinssätzen und hoher Liquidität in der US-Wirtschaft geprägt waren. Die Wirtschaftskrise von 2008 erhöhte nur weiter die Geldmenge in der Wirtschaft. Erfolgreiche Unternehmen wurden extrem liquide und suchten nach Möglichkeiten, sich von Liquidität zu befreien und Geld an die Investoren zurückzugeben. Der erste Schritt zur Rückgabe von Geld war die Zahlung von Dividenden. Einige Unternehmen begannen zum ersten Mal, Dividenden zu zahlen. Ein Beispiel ist Microsoft, das 2007 nach mehr als zwanzig Jahren Bestehen seine erste Dividende zahlte. Der zweite Schritt war der Rückkauf eigener Aktien. Unternehmen begannen, überschüssige Liquidität zu nutzen, um ihre eigenen Aktien am offenen Markt zurückzukaufen. Der dritte Schritt war eine Kombination aus niedrigen Zinssätzen, hoher Liquidität in der Wirtschaft und Managern, die von Aktienkursen abhängig sind, was viele Unternehmen dazu führte, Anleihen auszugeben, um Aktien zu kaufen und so ihren Wert zu steigern. Die Logik dahinter ist sehr einfach: Ein höherer Aktienkurs ist eine Belohnung für Investoren, und der Preis der ausgegebenen Schulden ist niedrig genug, dass die Zinskosten die Gewinn- und Verlustrechnung nicht erheblich belasten. Dieser dritte Schritt ist nur in Zeiten niedriger Zinssätze möglich.
