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Die Kommission zahlte, hielt jedoch die Forschung zu ‚unbedeutender Gewinnpiraterie‘ von der Öffentlichkeit zurück

Die Europäische Kommission zahlte 360.000 € für eine Studie darüber, wie Piraterie die Verkaufszahlen von Musik, Büchern, Videospielen und durch Urheberrecht geschützten Filmen beeinflusst. Die EU teilte den Bericht jedoch nie mit – wahrscheinlich, weil sie keine Beweise fand, dass Piraterie ein großes Problem darstellt, berichtet Gizmodo.

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Das niederländische Unternehmen Ecory führte über mehrere Monate Forschungen zu den Auswirkungen von Piraterie durch und sandte im Mai 2015 einen 304-seitigen Bericht an die EU. Der Bericht kam zu dem Schluss: „Insgesamt zeigen die Ergebnisse keine signifikanten statistischen Beweise für einen Rückgang der Einnahmen aufgrund von Verstößen gegen das Online-Urheberrecht. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Piraterie keine Auswirkungen hat, sondern nur, dass die statistische Analyse nicht mit ausreichender Zuverlässigkeit beweist, dass es einen Effekt gibt.“

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Der Bericht zeigte, dass illegale Downloads und Streams tatsächlich die legalen Verkaufszahlen von Videospielen erhöhen können, so der Bericht. Die einzige negative Korrelation bestand bei großen Filmen: „Die Ergebnisse zeigen einen Rückgang der Einnahmen um 40 Prozent.“

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Die Forschung kam erst jetzt ans Licht, als Julia Reda, ein Mitglied des Europäischen Parlaments von der deutschen Piratenpartei, den Bericht auf ihrem persönlichen Blog veröffentlichte, nachdem sie eine Kopie über europäische Informationsfreiheitsmechanismen erhalten hatte.

Die Europäische Digital Rights Association schlägt in einem Blogbeitrag vor, dass der vollständige Inhalt dieses Berichts absichtlich unterdrückt wurde, und verweist auf ein akademisches Dokument aus dem Jahr 2016, das von zwei Kommissionsbeamten unterzeichnet wurde. Der Artikel „Film-Piraterie und weit verbreitete Verkäufe in Europa“ erwähnt nur einen Teil des Ecory-Berichts, der die Beziehung zwischen Piraterie und einem Blockbuster-Film, der Verkaufszahlen verloren hat, hervorhebt und andere Ergebnisse des Berichts ausschließt. Darüber hinaus gab das neue Papier nicht einmal an, dass die zitierten Informationen aus der Studie von Ecory stammen.