Kroatien wendet sich zunehmend Russland zu, schreibt die Belgrader Presse am Dienstag und stützt diese Einschätzung auf die Verstärkung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Zagreb und Moskau, die nach dem jüngsten Besuch von Präsidentin Kolinda Grabar Kitarović in diesem Land begonnen haben.
Helikopter, Ina und Agrokor
Unter dem Titel ‚Kroatische Wende zu Russland‘ schreibt Večernje novosti, dass „nach langer Zeit der erste große Vertrag für die Überholung kroatischer Helikopter vereinbart wurde und das russische Unternehmen Gazprom daran interessiert ist, Eigentümer von Ina zu werden,“ und schätzt, dass die russische Sberbank eine bedeutende Rolle bei der Lösung des Agrokor-Falls spielen wird.
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„Obwohl die Spiele mit ‚Agrokor‘ noch andauern, dessen aktuelle Geschäftsführung die Schulden gegenüber Sberbank zurückweist, ist sicher, dass diese russische Bank in die Sanierung des größten kroatischen Unternehmens einbezogen werden muss, wodurch Möglichkeiten für neue große Geschäfte mit Russland eröffnet werden,“ bewertet die Belgrader Zeitung.
In dem Text ihres Korrespondenten aus Zagreb stellt Večernje novosti fest, dass „Kroatiens Wende zu Russland nach vielen Jahren kalter Beziehungen zwischen den beiden Ländern kam“ und dass Kroatien in dieser Zeit sogar den Kauf russischer MIGs abgelehnt hat, „obwohl das russische Angebot sehr günstig war.“
„Die Erwärmung der Beziehungen folgte nach dem Besuch der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar Kitarović in Russland und Gesprächen mit Wladimir Putin, und kurz darauf wurde der russische Wunsch bekannt, Anteile an der ungarischen MOL zu kaufen und die Verwaltung von Ina zu übernehmen. Die Russen kündigten sofort an, dass sie auch die Raffinerie in Sisak behalten würden, die die Ungarn aufgrund von Unrentabilität schließen wollen, und dass sie die Raffinerie in Rijeka modernisieren möchten,“ schreibt die Belgrader Zeitung.
