Home / Informationen / Merkel verurteilte die Experimente von VW, Daimler und BMW an Menschen, dringende Bestrafung der Verantwortlichen gefordert

Merkel verurteilte die Experimente von VW, Daimler und BMW an Menschen, dringende Bestrafung der Verantwortlichen gefordert

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag die Experimente an Menschen und Affen, die laut deutschen Medienberichten von deutschen Automobilunternehmen durchgeführt wurden, um die Schädlichkeit von Stickoxiden aus Abgasen zu untersuchen, scharf verurteilt.

„Diese Experimente an Affen oder sogar Menschen sind völlig ethisch nicht vertretbar. Der Aufschrei der Bürger ist vollkommen verständlich“, sagte die Bundeskanzlerin, wie von Regierungssprecher Steffen Seibert berichtet.

Die Geschäftsführung der Automobilunternehmen, die die Experimente in Auftrag gegeben haben, muss nun auf kritisch gestellte Fragen Antworten geben, fügte Seibert hinzu.

>>>VW, Daimler und BMW sponserten Experimente, bei denen junge Menschen Abgase einatmeten

„Automobilunternehmen müssen sich an die Grenzwerte für schädliche Abgaswerte halten, anstatt zu versuchen zu beweisen, dass die Gase nicht schädlich sind“, schloss Seibert.

Der Bundesminister für Verkehr Christian Schmidt (Christlich-Soziale Union CSU) verurteilte ebenfalls die Handlungen der Unternehmen und bezeichnete sie als „reine PR-Kampagne.“

„Die Kommission, die sich mit dem Abgasskandal befasst, wird eine außerordentliche Sitzung einberufen, um zu prüfen, welche Maßnahmen zur Klärung dieses Falls ergriffen werden sollen, und die Automobilunternehmen müssen dringend und umfassend auf diese Angelegenheit reagieren“, erklärte das Ministerium für Verkehr in einer Pressemitteilung.

Dringende Bestrafung der Verantwortlichen gefordert

Die Zeitungen „Sueddeutsche Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten, dass eine von den Unternehmen Volkswagen, Daimler und BMW unterstützte Organisation eine Studie in Auftrag gegeben hat, die die Harmlosigkeit von Stickoxiden in den Abgasen von Dieselmotoren beweisen sollte. Während der Forschung am Universitätsklinikum Aachen wurden Berichten zufolge Experimente an Affen sowie an Menschen durchgeführt.

>>>Dieselgate-Skandal: Volkswagen-Direktor zu sieben Jahren Haft verurteilt

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erklärte, dass Experimente an Primaten, einschließlich Menschen, nur in Ausnahmefällen, wie bei Arzneimitteltests, erlaubt sind.

Das Bundesland Niedersachsen, das Miteigentümer von Volkswagen ist, hat die VW-Geschäftsführung aufgefordert, die Verantwortlichen dringend zu bestrafen.

In den ersten Reaktionen auf den Skandal gab die Geschäftsführung der Automobilunternehmen an, dass sie nicht wussten, dass auf ihre Anfrage hin Experimente an Menschen durchgeführt wurden.