Home / Informationen / Direkte Demokratie: Schweizer unterstützen den öffentlichen Dienst, behalten die TV-Abonnement – Umfragen

Direkte Demokratie: Schweizer unterstützen den öffentlichen Dienst, behalten die TV-Abonnement – Umfragen

Die Schweizer entschieden sich in einem Referendum am Sonntag, das TV-Abonnement und damit ihren öffentlichen Dienst SRG/SSR beizubehalten, berichten Schweizer Medien unter Berufung auf Exit-Umfragen des Instituts GFS Bern.

„Laut den neuesten Schätzungen basierend auf Exit-Umfragen um 13 Uhr lehnten 71 Prozent der Bürger die Initiative zur Abschaffung des TV-Abonnements ab,“ gab das Institut GFS Bern bekannt, wie von Schweizer Medien berichtet.

Dies sichert die Fortsetzung des öffentlichen Dienstes SRG/SSR, der zu 75 Prozent durch Abonnementgebühren finanziert wird.

Die SRG/SSR hatte bereits vor dem Referendum Kostensenkungsmaßnahmen und eine Senkung der Abonnementgebühr angekündigt. In Zukunft wird die jährliche Abonnementgebühr, die derzeit bei etwa 390 Euro liegt, voraussichtlich auf 310 Euro gesenkt.

„Dies ist eine klare Niederlage für die Befürworter der Abschaffung des Abonnements. Wir erwarten ein klares ‚NEIN‘ zur Initiative in allen Kantonen,“ sagte der Politikwissenschaftler Lukas Golder vom Institut GFS Bern. Die letzten Wahllokale schlossen um Mittag.

>>>Schweizer zum Referendum über die Abschaffung des TV-Abonnements, 13.500 Arbeitsplätze in Gefahr

Die Initiative „No Billag“ (Billag ist der Name für das TV-Abonnement in der Schweiz) wird von verschiedenen Jugendorganisationen und der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei unterstützt.

Alle anderen relevanten politischen Parteien sowie viele öffentliche Persönlichkeiten unterstützten die Beibehaltung des TV-Abonnements.

Befürworter der Initiative zur Abschaffung des Abonnements glauben, dass ein ‚NEIN‘ zu ihrer Initiative nicht unbedingt eine Niederlage bedeutet.

>>>Europäische Organisationen für Medienfreiheit besorgt über die ‚Erosion‘ von HRT

„Wir haben eine umfassende medienpolitische Debatte angestoßen, die dazu beigetragen hat, dass das Zwangsabonnement kein Tabuthema mehr ist,“ sagte einer der Initiatoren, Olivier Kessler. Er äußerte Zufriedenheit darüber, dass die Bürger der Schweiz, „als das einzige Land der Welt,“ direkt über das Schicksal des öffentlichen Dienstes entscheiden konnten.

„Die direkte Demokratie ist der große Gewinner dieser Initiative,“ schloss Kessler.

Rätoromanisch sprechende Personen zufrieden

Der Sieg gegen die Abschaffung des Abonnements wurde besonders von Mitgliedern der rätoromanischen Minderheit begrüßt.

„Wir wären niemand und nichts ohne eine starke SRG. Wir müssen uns um Minderheiten kümmern, auch um die am Rande. Das macht uns reich,“ sagte der rätoromanische Vertreter Martin Candinas für die SRG.

>>>Živi zid schlägt die Abschaffung des RTV-Abonnements vor, Finanzierung von HRT durch ‚totes Kapital‘ der HNB

Die SRG/SSR hatte bereits vor dem Referendum Kostensenkungsmaßnahmen und eine Senkung der Abonnementgebühr angekündigt. In Zukunft wird die jährliche Abonnementgebühr, die derzeit bei etwa 390 Euro liegt, voraussichtlich auf 310 Euro gesenkt.

In der Schweiz gibt es neben der SRG/SSR auch private Medien, die den informativen Teil des Programms viel weniger abdecken als in anderen Ländern mit öffentlichen und privaten Medien, und sich stattdessen auf Unterhaltungsprogramme konzentrieren.