Die Europäische Kommission bestätigte am Donnerstag die aktuellen Wachstumsprognosen für die Wirtschaft der Europäischen Union und der Eurozone für dieses Jahr und das nächste, warnte jedoch vor ihrer größeren Anfälligkeit für externe Risiken, insbesondere Protektionismus.
Laut den Frühjahrsprognosen aus Brüssel wird erwartet, dass die Wirtschaft der 28 Mitgliedstaaten der EU und der 19 Mitgliedstaaten der Eurozone in diesem Jahr um 2,3 Prozent wächst, was mit den Anfang Februar veröffentlichten Prognosen übereinstimmt.
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Im Jahr 2019 wird ein leicht langsameres Wachstum von zwei Prozent in beiden Bereichen erwartet, da sich Versorgungsengpässe in vielen Ländern und Sektoren zunehmend bemerkbar machen, die Geldpolitik an den Zustand der Wirtschaft angepasst wird und das globale Handelswachstum leicht nachlässt.
– Das größte Risiko für eine so rosige Prognose ist der Protektionismus, der nicht zur neuen Normalität werden darf: Er würde nur die Bürger treffen, die wir am meisten schützen müssen, betonte Pierre Moscovici, der europäische Kommissar für Wirtschafts- und Finanzpolitik.
Der aktuelle Handelsstreit mit der US-Regierung, die damit gedroht hat, Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte von 25 bzw. 10 Prozent zu erheben, ist besonders besorgniserregend, merkt die AFP-Agentur an.
Die EU und andere Handelspartner haben bis zum 1. Juni eine Ausnahme von Zöllen von der US-Regierung erhalten, wann Washington über weitere Schritte entscheiden wird. Sie haben auch lange Listen von Gegenmaßnahmen vorbereitet, falls US-Präsident Donald Trump tatsächlich Sanktionen verhängt.
– Die Eskalation des Handelsprotektionismus stellt ein unbestreitbar negatives Risiko für die globalen Wirtschaftsaussichten dar, erklärt die EK.
Die Eurozone wird aufgrund ihrer Offenheit besonders anfällig sein, wenn sich diese Risiken verwirklichen, betonen sie.
In Europa, wie sie anmerken, haben die neuesten Indikatoren die Wahrscheinlichkeit verringert, dass das Wachstum in naher Zukunft stärker als erwartet sein könnte. Zu den externen Faktoren, die die Unsicherheit weiter erhöhen werden, heben sie die in den letzten Monaten beobachtete Instabilität an den Finanzmärkten hervor. Diese Instabilität wird voraussichtlich in Zukunft einen dauerhafteren Charakter annehmen, warnt die Kommission.
