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Die kroatische Polizei beantragt eine Rotmeldung für Hernadi

Die kroatische Polizei hat erneut Interpol gebeten, eine sogenannte Rotmeldung für Zsolt Hernadi auszustellen, nachdem das Europäische Gericht in Luxemburg bekannt gegeben hat, dass Ungarn den europäischen Haftbefehl im Fall des Leiters der ungarischen MOL nicht ignorieren hätte dürfen.

„Die Polizeidirektion hat das Urteil des Europäischen Gerichts in Luxemburg dem Rechtsdienst, dem Vorstand und dem Generalsekretariat von Interpol mit der Bitte übermittelt, die Meldung wieder in die Datenbank der gesuchten Personen von Interpol aufzunehmen“, heißt es in der Mitteilung des Innenministeriums, die auf der N1-Website veröffentlicht wurde N1.

Das Europäische Gericht in Luxemburg gab Ende Juli bekannt, dass Ungarn den europäischen Haftbefehl im Fall Hernadis nicht ignorieren hätte dürfen, allein basierend auf der Entscheidung ihrer Staatsanwaltschaft, die strafrechtlichen Ermittlungen, in denen Hernadi als Zeuge befragt wurde, auszusetzen.

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„Die Justizbehörden der Mitgliedstaaten sind verpflichtet, über jeden ihnen zugesandten europäischen Haftbefehl zu entscheiden“, betonte das Gericht.

Hernadis kroatischer Anwalt warnte anschließend, dass das Europäische Gerichtshof in keinem Teil des Urteils feststellte, dass Ungarn Hernadi ausliefern müsse, sondern dass das ungarische Gericht verpflichtet sei, über den kroatischen Antrag auf seine Auslieferung zu entscheiden.

>>>Hernadi wurde im November 2016 von der Interpol-Liste der Gesuchten gestrichen

Der europäische Haftbefehl für Hernadi, den einige Länder ignoriert haben, wurde nach den Anschuldigungen von Uskok erlassen, dass er dem ehemaligen Ministerpräsidenten und HDZ-Präsidenten Ivo Sanader 10 Millionen Euro Bestechungsgeld gegeben habe, um die Managementrechte in INA an MOL zu übertragen.