Ein wichtiger und vielversprechender Prozess findet endlich statt, der einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen der Wirtschaft und der Regierung markieren könnte. Es geht um den Streit zwischen dem Kroatischen Arbeitgeberverband (HUP) und der Regierung über die Verteilung von 45 Milliarden Kuna an nicht rückzahlbaren Zuschüssen, die die Europäische Kommission Kroatien im Rahmen des Nationalen Wiederaufbau- und Resilienzplans (NPOO) versprochen hat.
Es ist an die Öffentlichkeit gedrungen, dass die Regierung beabsichtigt, nur 10 Prozent der Mittel der Wirtschaft zuzuweisen, während sie 90 Prozent für sich und den Rest des öffentlichen Sektors behält. Und das muss so sein, denn das fordert die Europäische Kommission. Die neue Führung von HUP, unter der Leitung von Präsident Mihael Furjan und Direktor Damir Zorić, reagierte mit der Forderung, dass mindestens 50 Prozent der Mittel für die Wirtschaft reserviert werden.
Es bleiben noch 40 Tage bis zur Frist für die Einreichung des NPOO, und HUP intensiviert seinen Druck. Am Dienstag fand eine weitere Versammlung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in Zagreb statt. Die Forderung nach 50 Prozent wurde wiederholt. Am selben Tag sandte Premierminister Andrej Plenković eine allgemeine und unzureichend klare Botschaft, dass die Wirtschaft mindestens 30 Prozent der Mittel aus EU-Quellen erhalten würde.
Glauben Sie nicht! Überprüfen Sie!
Die neue Strategie und Taktik von HUP sind bemerkenswert. Anstatt jahrelang vergeblich die Regierung zu Reformen aufzufordern (55 Forderungen, HUP-Punktestand…) wurde nun ein Projektmanagementansatz angenommen. Was HUP tut, sollte ein Lehrbuchbeispiel dafür sein, wie man mit der Regierung verhandelt. Zunächst war es notwendig, rechtzeitig zu bemerken, dass die Regierung erneut versuchte, ein wichtiges Dokument im Geheimen zu erstellen. Die Radare im Arbeitgeberverband waren jedoch eingeschaltet.
