Selbst in Friedenszeiten leiden viele Menschen unter obsessiven Gedanken, dem Überdenkensyndrom oder, wie es in der yogischen Tradition genannt wird – chitta vritti, Wirbel des Geistes, die zum Schweigen gebracht werden müssen, um einen Zustand des inneren Friedens zu erreichen (oder ihm näher zu kommen). In Phasen obsessiven Denkens, die Energie rauben, weil Gedanken ohne jede Lösung wiederholt werden, neigen wir dazu, Szenarien aus der Vergangenheit zu überdenken oder uns um die Zukunft zu sorgen, ohne uns der Tatsache bewusst zu sein, dass es nur das gibt, was ist – jetzt. Meditation ist natürlich das beste Mittel, um den Geist zu beruhigen, und es gibt auch mehrere Tricks, die helfen, obsessive Gedanken zu beseitigen. Genauer gesagt hat die Psychologin Jenny Maenpaa drei Strategien für CNBC identifiziert, die besonders in diesen dunklen Zeiten hilfreich sein können, in denen die Vorstellung, inneren Frieden zu erreichen, fast unmöglich erscheint.
1. Positives ‚Reframing‘
Diese Strategie wird oft mit toxischer Positivität verwechselt, die verlangt, dass Menschen positiv denken, unabhängig davon, wie schwierig ihre Situation ist. Reframing, oder das Betrachten von Dingen aus einer anderen Perspektive, schließt negative Aspekte nicht aus, sondern verändert die Art und Weise, wie wir sie betrachten. Man überlegt dann, ob die Person die Situation ändern, etwas daraus lernen oder einen Nutzen daraus ziehen kann. Maenpaa verwendet das Beispiel eines Chefs, der seinen Job verachtet, weil er neben enormer Verantwortung und brutalen Fristen ein Team komplexer Individuen leiten muss. Anstatt sich zu beschweren und den Gedanken ‚Ich hasse meinen Job‘ zu wiederholen, sollte er anerkennen, dass Herausforderungen existieren, und dann sehen, was er konkret tun kann – Erwartungen senken oder einige neue Entscheidungen treffen. Auf diese Weise stärkt er seine Fähigkeit, das zu ändern, was ihn stört, und die Entscheidungen, die er trifft, können zunächst klein und scheinbar unbedeutend sein, werden ihn jedoch ermutigen und motivieren, das Problem anzugehen. Natürlich ist es in Situationen wie Krieg schwierig, seine Denkweise oder Perspektive zu ändern, aber es ist einen Versuch wert.
