Die Konferenz ‚Smart Industry‘ hat sich in diesem Jahr in ‚G.R.I.D. – Green, Robotics, Industry and Digital‘ verwandelt. Warum ist Grün zu einem so wichtigen Faktor für die Industrie geworden? Welche Rolle spielen digitale Technologien in diesem Prozess? Ist die digitale und grüne Transformation (ESG – Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) nur ein weiterer aufgeblähter Trend oder sind riesige Investitionen notwendig, um etwas zu bewirken? Können digitale Technologien selbst das Geschäft von Unternehmen ‚grün‘ machen?
Dies sind nur einige der Fragen, die wir mit Dr. Drago Cmuk, dem Direktor für Geschäftsentwicklung bei CADCAM Group, diskutiert haben. Die Gruppe unterstützt die Fertigungsindustrie bei strategischen Transformationen und der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen durch führende digitale Plattformen und Technologien.
Wie stark beeinflussen digitale Technologien die grüne Transformation?
– Die digitale Transformation hat im Wesentlichen zwei Komponenten: die erste ist neues digitales Wachstum, das auf Innovation und Disruption basiert. Wir müssen nicht speziell über den Einfluss von Rimac und einigen anderen global positionierten Unternehmen (Infobip, Photomath, Gideo Brothers, Orqa…) auf die Wirtschaft und damit auf grüne Prozesse sprechen. Die zweite Komponente ist jedoch für jede Branche wichtig und basiert auf Innovation und Prozessoptimierung. Diese Komponente ist insbesondere in der Adriaregion von Bedeutung.
Nämlich hat die Industrie – genauer gesagt die Ingenieure – in dieser Region gelernt, Systeme zu entwerfen und zu projektieren, die für die zu erledigende Aufgabe überdimensioniert sind. Um es zu vereinfachen, wir lieben Autos mit 3000 Kubikzentimetern und bauen Lösungen – Infrastruktur ‚für alle Fälle‘, unabhängig von den Kosten. Leider haben wir mit einem solchen Ansatz eine Industrie geschaffen, die mehr verbraucht, als sie sollte, und daher relativ niedrige Margen und niedrige Löhne im Vergleich zum EU-Durchschnitt hat.
Was bieten digitale Lösungen in dieser Hinsicht?
– Zunächst einmal eine andere Denkweise. Digitale Initiativen kosten etwas, selbst bevor sie umgesetzt werden – die Frage der Rentabilität stellt sich. In allen Projekten beginnen wir mit der Erfassung des Ist-Zustands und der Berechnung der Rentabilität. De facto finden wir Bereiche, in denen Geld durch ineffiziente Prozesse, Routineaufgaben, die automatisiert werden können, unnötige Meetings, Reisen und verlorene Zeit zum Fenster hinausgeworfen wird.
Zum Beispiel war die Corona-Pandemie ein grüner Katalysator: Die Anzahl der Reisen nahm ab und folglich die CO2-Emissionen. Heute halten wir, wenn wir können, viel häufiger virtuelle Meetings ab als vor der Pandemie, und dies ist ein hervorragendes Beispiel für den Einfluss von Digitalem auf Grün. Virtuelle Meetings sind kein ideales Beispiel, da die Qualität leidet. In der Regel erhöhen digitale Technologien die Qualität von Design, Entwicklung… aber unabhängig vom Prozess sind die Einsparungen immer enorm.
