Die größten Ölproduzenten der Welt werden am Mittwoch ein wichtiges Treffen abhalten, um zu entscheiden, wie viel Öl sie ab September dem Markt hinzufügen können, aber viele sind skeptisch hinsichtlich eines positiven Ergebnisses dieses Treffens. Das Treffen findet einige Wochen nach dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Saudi-Arabien statt, bei dem er versuchte, das Land persönlich zu überzeugen, die Produktion zu erhöhen und die steigenden Preise zu lindern.
Seit Februar wird Rohöl konstant über 100 $ pro Barrel gehandelt, was die Lebenshaltungskosten in vielen Ländern erhöht, berichtet die BBC.
Warum ist das Treffen wichtig?
Das Weiße Haus hofft, dass 13 wichtige Mitglieder der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) entscheiden werden, die Ölversorgung zu erhöhen.
Saudi-Arabien ist der größte Einzelproduzent im Kartell. Nach einem Treffen mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman erklärte Biden, dass er mit einer Erhöhung der Versorgung rechnet. Saudi-arabische Beamte haben jedoch auch betont, dass jede Entscheidung zur Erhöhung der Lieferungen im Einklang mit dem OPEC+-Format getroffen wird.
OPEC+ ist eine breitere Gruppe von 23 ölproduzierenden Ländern, zu der auch Russland gehört. Die Mitglieder treffen sich jeden Monat in Wien, um zu entscheiden, wie viel Rohöl sie auf dem globalen Markt verkaufen.
Was könnte die Ölpreise senken?
OPEC+ führte im April 2020 eine Reihe von Kürzungen ein, die während der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt wurden, als die Nachfrage fiel, und seit 2021 werden die fehlenden Lieferungen langsam wiederhergestellt. Beim letzten Treffen beschloss die OPEC+-Gruppe, die Produktion im August leicht zu erhöhen.
Allerdings könnte es nicht so einfach sein, die Produktion vollständig hochzufahren. Zumindest auf dem Papier haben mehrere Mitglieder, wie Angola, Nigeria und Malaysia, bereits Schwierigkeiten, ihre bestehenden monatlichen Lieferziele zu erreichen.
Gleichzeitig sind die russischen Lieferungen aufgrund westlicher Sanktionen gesunken. In der Zwischenzeit hat Moskau seine Lieferungen an Käufer in Asien, wie China und Indien, erhöht.
Kann die Welt ohne russisches Öl und Gas überleben?
Saudi-Arabien und seine Nachbarn, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), sind die einzigen beiden großen Akteure mit überschüssigen Reserven. Allerdings liegt die angestrebte Produktion Saudi-Arabiens im August bei 11 Millionen Barrel Öl pro Tag, was Experten zufolge bereits auf einem sehr hohen Niveau ist und wenig Spielraum für weitere Erhöhungen lässt.
Dennoch könnte die Unsicherheit über die Energienachfrage in den kommenden Monaten einen größeren Einfluss auf die Entscheidungen des Duos haben. Steigende Zinssätze, der Krieg in der Ukraine und eine bevorstehende Rezession in vielen westlichen Ländern könnten die Nachfrage erheblich reduzieren. Experten glauben, dass diese Faktoren die Gruppe in Alarmbereitschaft halten und unvorbereitet für eine dramatische Produktionssteigerung machen.
