Die Vereinten Nationen, insbesondere ihre Internationale Meeresbodenbehörde (ISA), haben ihrer Tochtergesellschaft Nauru Ocean Resources Inc. (NORI) grünes Licht gegeben, um 3.600 Tonnen polymetallischer Knollen vom Grund des Pazifischen Ozeans zu sammeln, beginnend später im September.
Diese scheinbar harmlose Nachricht, die von dem kanadischen Unternehmen Metals Company (TMC) angekündigt wurde, hat Gegner des Tiefseeabbaus schockiert, die seit langem ein Moratorium für diese umstrittene Praxis gefordert haben. Polymetallische Knollen sind felsige Formationen auf dem Meeresboden, die unter anderem aus Eisen- und Manganhydroxiden bestehen, und TMC hat gerade die Erlaubnis erhalten, sie abzubauen.
Arlo Hemphill, Projektleiter von Greenpeace USA für den Tiefseeabbau, erklärte gegenüber EcoWatch, dass dies eine Bedrohung für den Ozean darstellt, der mehr als 90 Prozent des Lebens auf der Erde beherbergt. Er bezeichnete den Ozean als einen unserer größten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel und beschrieb die Ankündigung als eine besorgniserregende Entwicklung, die uns näher an den Start der kommerziellen Tiefseebergbauindustrie bringt.
Tiefseebergbau ist ein Begriff für die Entfernung von Mineralvorkommen vom Meeresboden in einer Tiefe von über 200 Metern, so die Internationale Union für Naturschutz (IUCN). Befürworter dieser Praxis betrachten den tiefen Meeresboden als potenzielle Quelle wichtiger Metalle wie Kupfer, Nickel, Aluminium, Mangan, Zink, Lithium und Kobalt, die in Mobiltelefonen sowie in Technologien für erneuerbare Energien wie Windturbinen, Batterien für Elektrofahrzeuge und Solarpanels verwendet werden.
