Die globalen Aktienmärkte handeln vorsichtig vor neuen Nachrichten zu Zinserhöhungen. Der Dow Jones fiel gestern um 0,24 %, während der S&P 500 um 0,41 % und der Nasdaq-Index um 0,89 % nachgab.
Der Rückgang der US-Indizes zum zweiten Mal in Folge ist hauptsächlich auf die Vorsicht der Investoren vor Entscheidungen und Mitteilungen der FED-Führung zurückzuführen, da ihr zweitägiges Treffen heute endet. Es wird geschätzt, dass die FED erneut, zum vierten Mal in Folge, die Leitzinsen um aggressive 0,75 Prozentpunkte erhöhen wird.
Die Investoren hoffen jedoch, dass sie ein langsameres Tempo der Zinserhöhungen bei den kommenden Sitzungen signalisieren werden. So oder so wird die FED das Tempo verlangsamen und dann den Zyklus der Zinserhöhungen beenden, aber die Frage ist, wann und auf welches Niveau sie die Leitzinsen anheben werden. Daher ist der Markt seit langem von Spekulationen über diese Themen abhängig.
Gestern verunsicherten bessere als erwartete Daten vom US-Arbeitsmarkt die Investoren, die bereits bei der FED-Sitzung im Dezember mit einer Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen rechnen.
Auf dem Geldmarkt gibt es eine geschätzte 45%ige Wahrscheinlichkeit, dass die FED die Zinsen im Dezember um 0,50 Prozentpunkte anheben wird. – Wir wissen, dass die FED den Arbeitsmarkt verlangsamen, die Beschäftigung drosseln möchte, um die Nachfrage in der Wirtschaft und damit die Inflation zu schwächen. Dennoch bleibt die Beschäftigung stark, was den Aktienmarkt etwas unter Druck gesetzt hat, sagt Anthony Saglimbene, ein Stratege bei Ameriprise Financial. Er fügt hinzu, dass die Korrektur der Aktienkurse angesichts des starken Wachstums der Aktienindizes im Oktober zu erwarten war.
Die Investoren warten gespannt auf die Ankündigung neuer geldpolitischer Leitlinien der FED, die für heute Abend geplant ist. In einem Umfeld mit einer Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums laut bestimmten Indikatoren, aber auch einer annualisierten BIP-Wachstumsrate von 2,6 % im dritten Quartal, wird laut RBA-Analysten eine weitere Erhöhung der Leitzinsen um 75 Basispunkte erwartet.
In Erwartung neuer Entscheidungen überstieg die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen (die empfindlicher auf sofortige FED-Maßnahmen reagieren) 4,5 %. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen blieb bei etwa vier Prozent, während die Rendite der entsprechenden Bundesanleihen den Handel bei 2,13 % schloss.
Euro und Dollar weiterhin unter Parität
Der EUR/USD-Wechselkurs blieb gestern unter Parität und wartete auf neue Entscheidungen aus dem Treffen der FED-Führung.
