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Die Fed hat die Zinssätze zum vierten Mal in Folge stark erhöht, signalisiert jedoch eine Verlangsamung des Tempos

<p>Jerome Powell</p>
Jerome Powell / Image by: foto
Die Fed-Führung hat gestern die Leitzinsen zum vierten Mal in Folge um aggressive 0,75 Prozentpunkte auf einen Bereich von 3,75 bis 4 Prozent erhöht, den höchsten Stand seit Anfang 2008. Eine so schnelle Straffung der Geldpolitik wurde seit Anfang der 1980er Jahre nicht mehr gesehen, als die Inflation so hoch war wie jetzt.
Die neue Zinserhöhung wurde am Markt erwartet, ebenso wie die Botschaft aus der Erklärung der Zentralbank, dass das Tempo zukünftiger Erhöhungen der Geldkosten sich verlangsamen könnte. Der Markt fiel jedoch stark nach der Pressekonferenz von Fed-Vorsitzendem Jay Powell.
Powell bestätigte, dass eine Diskussion über eine Verlangsamung des Tempos der Zinserhöhungen bei einem der kommenden Treffen beginnen könnte, aber dass es dafür noch zu früh sei und dass Entschlossenheit und Geduld erforderlich seien, um die Inflation zu bremsen.
„Wir haben noch Arbeit vor uns, und die seit unserem letzten Treffen veröffentlichten Daten deuten darauf hin, dass das endgültige Niveau der Zinssätze höher sein wird als zuvor erwartet“, sagte er.
So oder so wird die Fed natürlich das Tempo verlangsamen und dann den Zyklus der Zinserhöhungen beenden, aber die Frage ist, wann und auf welches Niveau sie die Leitzinsen anheben wird. Daher verlässt sich der Markt seit einiger Zeit auf Spekulationen über diese Themen.
Die Investoren hoffen, dass die Fed bei der Sitzung im Dezember die Zinserhöhung auf 0,50 Prozentpunkte reduzieren könnte und dann zu Beginn des nächsten Jahres noch ein paar Mal leicht anheben könnte. Die wichtigere Botschaft der Fed gestern war jedoch, dass die Zinssätze höhere Niveaus als erwartet erreichen könnten.
Auf dem Geldmarkt wird nun geschätzt, dass die Leitzinsen der Fed bis Mai nächsten Jahres auf 5 bis 5,25 Prozent steigen könnten.
„Nach aggressiven Zinserhöhungen befindet sich die Fed jetzt in einer günstigeren Position, sodass sie in Zukunft anstelle einer weiteren schnellen Straffung der Geldpolitik die Zinsen langsamer, aber über einen längeren Zeitraum erhöhen könnte. Der Zyklus der Straffung der Geldpolitik wird somit zu einem Marathon, anstatt zu einem Sprint“, erklärt Brian Daingerfield, Analyst bei NatWest Markets.
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