Die deutschen Exporte nach Russland fielen 2022 um 45,2 Prozent, so die am Freitag veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes, was die Folgen umfangreicher Sanktionen widerspiegelt, die der Westen Russland aufgrund seiner Invasion in der Ukraine auferlegt hat.
Die Exporterlöse stürzten auf 14,6 Milliarden Euro ab, berichtete Destatis. Russland fiel von Platz 15 auf Platz 23 auf der Liste der Käufer deutscher Waren.
Die Maschinenexporte mehr als halbierten sich und fielen auf nur noch 2,8 Milliarden Euro. Auch der Export chemischer Produkte ging um 43 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro stark zurück.
Medikamente wurden 2022 zu den wichtigsten Exportgütern, da die Exporte aufgrund höherer Preise um fast 18 Prozent auf drei Milliarden Euro anstiegen.
Der Wert der deutschen Importe aus Russland hingegen stieg um 6,5 Prozent auf 35,3 Milliarden Euro, bedingt durch einen starken Anstieg der Energiepreise, trotz eines Rückgangs des Importvolumens um 41,5 Prozent. Bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahres war Russland noch Deutschlands Hauptenergielieferant.
Auf der Liste der Warenlieferanten fiel Russland im letzten Jahr von Platz 12 auf Platz 14, so Destatis.
„Unzureichende Energieimporte aus Russland wurden teilweise durch Lieferungen aus anderen osteuropäischen Ländern, insbesondere Kasachstan, kompensiert“, erklärte das Statistische Bundesamt.
Deutschland verzeichnete im letzten Jahr ein Handelsdefizit mit Russland von 20,7 Milliarden Euro, das größte seit 1992. 2021 betrug es 6,5 Milliarden Euro.
