Zu wenig Geld, ein Mangel an Fachwissen, aber vor allem der menschliche Faktor sind die häufigsten Bedrohungsquellen durch Cyberangriffe für kleine Unternehmen. Solche Hindernisse können jedoch überwunden werden, und die Exposition gegenüber Hackerangriffen kann verringert werden. Unternehmen, die denken, sie seien nicht groß genug, um die gezielte Aufmerksamkeit von Online-Kriminellen auf sich zu ziehen, könnten überrascht sein, wenn sie sich in solchen Umständen wiederfinden.
Der Leiter der Abteilung für Cybersicherheit an der Algebra-Universität Zlatan Morić bestätigt, dass kleine Unternehmen aufgrund begrenzter Ressourcen und Fachkenntnisse in der Cybersicherheit besonders anfällig für Cyberangriffe sind. Einige der anfälligsten Punkte sind leicht zu erratende Passwörter, die Mitarbeiter häufig über mehrere Systeme hinweg verwenden, was zu Identitäts- und Datendiebstahl führen kann.
– Phishing-Angriffe in Form von E-Mails oder Nachrichten, die über andere Kommunikationskanäle gesendet werden und scheinbar von einer vertrauenswürdigen Quelle stammen, um das Opfer zu täuschen, persönliche Informationen preiszugeben oder auf Links mit schädlicher Software zu klicken, sind ebenfalls häufig. Kleine Unternehmen haben oft nicht die Mittel, um die neuesten Softwareversionen zu erwerben, was Sicherheitsanfälligkeiten und -lücken schaffen kann. Sie haben oft keine separate IT-Abteilung, sondern die Wartung wird einem Mitarbeiter anvertraut, der ansonsten eine andere Funktion im Unternehmen ausübt. Daher umfassen Lösungen die Schulung der Mitarbeiter, die Verwendung starker Passwörter, die regelmäßig geändert werden sollten, die regelmäßige Aktualisierung von Betriebssystemen und Anwendungen, Antivirenlösungen, Zwei-Faktor-Authentifizierung, regelmäßige Backups, virtuelle private Netzwerke (VPN) beim Zugriff auf Daten aus unsicheren Netzwerken und die Kontrolle des Datenzugriffs. Um die Systemsicherheit zu überprüfen, ist es am besten, externe Experten zu beauftragen, um Penetrationstests durchzuführen. Eine weniger effektive, aber kostengünstigere Lösung besteht darin, Anwendungen für automatisierte Systemscans und Warnungen zu Sicherheitsanfälligkeiten zu verwenden. Es ist auch wichtig, einen Wiederherstellungsplan für den Fall eines Cyberangriffs zu haben, der regelmäßige Datenbackups, einen Plan für die Rückkehr zum Betrieb und Informationen darüber, wie das Unternehmen im Falle eines Angriffs mit Kunden und Interessengruppen kommunizieren wird, umfasst, sagt Morić.
Konstante Wartung
Der Informationssicherheitsberater bei A1 Kroatien Damir Bujan stimmt zu, dass kleine und mittelständische Unternehmen sicherstellen sollten, dass ihre Mitarbeiter mit den grundlegenden Konzepten der Cybersicherheit vertraut sind, wie z. B. der Verwendung komplexer Passwörter und dem Vermeiden des Öffnens verdächtiger E-Mail-Anhänge und unbestätigter Websites. Der nächste Schritt, fügt er hinzu, besteht darin, Software- und Hardware-Sicherheitslösungen wie Firewalls (firewall) und Antimalware-Programme (antimalware), die ständig mit den neuesten Patches und Updates gewartet werden sollten.
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– Daten sollten regelmäßig gesichert werden, und es sollte regelmäßig getestet werden, ob das erstellte Backup funktioniert (Wiederherstellung). Schließlich sollte in Betracht gezogen werden, mit einem IT-Dienstleister zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die IT-Systeme kleiner und mittelständischer Unternehmen sicher sind und Zugang zu den neuesten Technologien und Fachkenntnissen haben. Eine der häufigsten Sicherheitsanfälligkeiten ist menschliches Versagen, da Mitarbeiter versehentlich auf schädliche Websites klicken, schädliche Anhänge öffnen oder sensible Unternehmensdaten unbefugten Personen mitteilen können. Die zweithäufigste Sicherheitsanfälligkeit sind veraltete Software oder Hardware, da Cyberkriminelle häufig bekannte Schwachstellen in älteren Systemen ausnutzen. Darüber hinaus haben kleine und mittelständische Unternehmen möglicherweise keine Schutzsysteme gegen Cyberangriffe wie Firewalls, Antiviren- oder Antimalware-Programme oder Systeme zur Eindringungserkennung in ihren Computernetzwerken. Ihnen fehlt möglicherweise auch das Personal für die schnelle Erkennung und Reaktion auf Cyberangriffe, was es Angreifern ermöglichen könnte, über längere Zeiträume auf sensible Daten oder Systeme zuzugreifen, warnt Bujan.
Willkommenssimulation
Er rät zu regelmäßigen Tests der Sicherheitsanfälligkeiten von IT-Systemen. Dies kann intern oder durch die Beauftragung von Cybersicherheitsexperten aus spezialisierten Unternehmen erfolgen. Auch die Simulation eines Cyberangriffs ist notwendig, die automatisiert (Software) oder durch Mitarbeiter eines spezialisierten Unternehmens unterstützt werden kann, sagt Bujan, und der Zugriff auf IT-Systeme sollte überwacht werden, und die Multi-Faktor-Authentifizierung (2FA) sollte beim Anmelden in kritische IT-Systeme verwendet werden.
– Regelmäßige Schulungen zur Cybersicherheit für Mitarbeiter sollten mindestens einmal alle sechs Monate durchgeführt werden. Software und Hardware müssen mit den neuesten Sicherheitspatches und Updates aktualisiert werden. Unternehmen sollten einen Notfallplan haben, der Verfahren zur Reaktion auf einen Cyberangriff beschreibt, einschließlich der Kommunikation mit Interessengruppen, Gesetzgebern und den Medien oder der Öffentlichkeit. Kleine und mittelständische Unternehmen können ihre IT-Sicherheitsbedürfnisse Unternehmen anvertrauen, deren Hauptgeschäft darin besteht, ihre Daten zu sichern und ihre Wiederherstellung zu testen. Eine Definition von Risiko ist ‚Risiko = Auswirkung x Wahrscheinlichkeit‘. Wenn wir die Wahrscheinlichkeit eines Cyberangriffs verringern, werden wir das Risiko eines Angriffs erheblich reduzieren, da es heute keine Frage mehr ist, ob ein Unternehmen angegriffen wird, sondern wann – Bujan ist klar.
