Ende 2021 arbeitete die Kosmetikmarke First Aid Beauty mit 13 beliebten Content-Erstellern auf TikTok zusammen (was kein neues Konzept ist) und bezahlte sie, um ihre Produkte zu bewerben, während ein bestimmtes Lied im Hintergrund der Videos spielt (eine absolute Neuheit). First Aid Beauty veröffentlichte ihren eigenen musikalischen Track mit dem Titel ‚TikTok Made Me Buy It‘, der die Grundlage ihrer einmonatigen Kampagne bildete. In dem Lied feierte die Marke das gute Gefühl, das jeden Nutzer überwältigt, der mit ein wenig Hilfe von digitalen Freunden das richtige Produkt findet. Dieses Phänomen ist der amerikanischen Marke gut bekannt, da ihr KP Bump Eraser Body Scrub im Sommer 2021 viral ging, nachdem es kostenlos von Influencer Wendy Sy beworben wurde.
Diese Kampagne betrifft jedoch nicht nur die Auswirkungen von Erstellern auf Verkaufs- und Marketingergebnisse (das Video von Wendy Sy wurde über 35 Millionen Mal angesehen), sondern auch die Bedeutung der sogenannten sonic, sound oder audio Identität der Marke. Obwohl Schönheitsmarken in erster Linie auf ihre visuelle Identität fokussiert sind; Kampagnen müssen visuell ansprechend sein, und Produkte müssen die Kunden schön fühlen lassen (was auch immer das für jeden bedeutet), erkennen sie zunehmend die Bedeutung des Audio-Brandings oder, wie sie es gerne nennen, sonic Branding. Zum Beispiel starteten Viktor&Rolf Audio-Testmuster ihres Parfums Spicebomb, und Guerlain schuf bereits 2018 die digitale Radio-Plattform Olafplay. Die Marke Lush hat sich vollständig von sozialen Plattformen entfernt, ist jedoch in die Podcast-Arena übergegangen, indem sie im letzten Jahr den Podcast ‚The Sound Bath: Conversations That Cleanse‘ ins Leben rief, der laut dem Unternehmen am besten in der Badewanne gehört wird. Schönheits-marken entwickeln ihre Playlists auf Spotify, bilden Kooperationen mit bestimmten Musikern, deren Klang am besten zur Identität der Marke passt, und einige, wie First Aid Beauty, komponieren ihre eigenen Melodien und Tracks.