Wir haben bereits alle Generatoren des Inflationswachstums absorbiert – von der Stilllegung der globalen Wirtschaft und der globalen Flutung mit unglaublichen Mengen aller möglichen Banknoten, über gebrochene Lieferketten und explodierende Transportpreise bis hin zu Kriegen und folglich Energie- und Lebensmittelkrisen. Die Leitzinsen der Zentralbanken steigen in einem beispiellosen Tempo, dennoch sinkt die Inflation nur schwach und zeigt bemerkenswerte Resilienz gegenüber Zinserhöhungsmaßnahmen.
Daher ist es durchaus zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) erneut eine Erhöhung der drei Leitzinsen um 25 Basispunkte vorgenommen hat. Nämlich, obwohl die Inflation in der Eurozone nominal sinkt (von 6,1 Prozent im Mai auf 5,3 Prozent im Juli), liegt sie immer noch mehrfach über dem angestrebten Ziel von zwei Prozent. Vielleicht würden die Maßnahmen leichter das Ziel erreichen, wenn sowohl Zentralbanken als auch Analysten – global – genauer auf die Treiber der Inflation hinweisen würden. Tatsächlich hat die erste Dame der EZB Christine Lagarde dies kürzlich öffentlich erklärt.
– Hohe Inflation geht nicht mit einem Rückgang der Unternehmensgewinnmargen einher. In einigen Fällen sind sie sogar gestiegen, insbesondere wenn die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen das Angebot übersteigt. Gleichzeitig sind die Löhne stärker gestiegen als erwartet. Es gibt Bedenken, dass einige Unternehmen ihre Preise mehr als notwendig erhöhen, um höhere Kosten auszugleichen, wodurch sie ihre Gewinnmargen und potenziell die Inflation erhöhen – sagte sie und fügte hinzu, dass es wichtig sei zu wissen, ob Unternehmen planen, ihre Margen zu senken oder ob wir einen doppelten Anstieg – in Margen und Löhnen – sehen werden.
Schließende Schutzschirme
So bleibt als Treibstoff für die Inflation der Wettlauf um den Lebensstandard der Arbeiter (Löhne) gegen steigende Preise und – Margen oder schlichte Gier. Glücklicherweise sind alle Schätzungen auf einen bescheidenen und langsamen, aber dennoch Rückgang der Inflation gerichtet. Hoffentlich werden sich auch die Appetiten auf die Aufrechterhaltung hoher Margen beruhigen. Beispielsweise schätzt die Kroatische Nationalbank (HNB), dass die Inflation in der Währungsunion einen Monat früher ihren Höhepunkt erreicht hat als in Kroatien, nämlich im Oktober 2022, als sie einen Höchststand von 10,6 Prozent erreichte.
