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Die Finanzbranche steht an zweiter Stelle nach der Öl- und Gasindustrie in der Anzahl der Greenwashing-Vorfälle

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greenwashing, impactwashing / Image by: foto

Greenwashing (manipulatives grünes Marketing) wird zu einem zunehmend wichtigen Geschäftsthema und einem bedeutenden Element in der rechtlichen Regulierung unlauterer Geschäftspraktiken. Da dem Klimawandel mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, wachsen die Umweltansprüche von Unternehmen und Konzernen, die zumindest fragwürdig sind.

Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen wurden im vergangenen Jahr besonders in Europa dafür kritisiert, häufig ungenaue Informationen über umweltverantwortliche Geschäftspraktiken zu veröffentlichen, so ein Bericht von RepRisk.

Laut demselben Bericht hat die Anzahl solcher Fälle von Banken und Finanzdienstleistungsunternehmen weltweit in den letzten 12 Monaten um 70 Prozent zugenommen.

Europäische Finanzinstitute sind für die Mehrheit der Fälle verantwortlich, und ein erheblicher Teil der ‚polierten‘ Daten beinhaltete Ansprüche über fossile Brennstoffe.

RepRisk verzeichnete 148 Fälle aus der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche weltweit in den 12 Monaten bis September 2023, verglichen mit 86 in den vorhergehenden 12 Monaten.

Von den 148 Fällen stammten 106 von europäischen Finanzinstituten. Dies bedeutet, dass viele Organisationen irreführende Angaben zur Nachhaltigkeit gegenüber Investoren oder Verbrauchern gemacht haben, meist um ihren Ruf und ihre Geschäftsergebnisse zu verbessern, so der Bericht.

Die Regulierungsbehörden der Europäischen Union erklärten im Juni, dass Banken, Versicherer und Investmentgesellschaften in der gesamten EU den Investoren ‚irreführende Ansprüche‘ über ihre Nachhaltigkeit präsentierten.

Die Banken- und Finanzdienstleistungsbranche steht nur hinter der Öl- und Gasindustrie in der Anzahl der Greenwashing-Vorfälle, berichtete RepRisk und fügte hinzu, dass Greenwashing weltweit zunimmt.

Einer von vier klimabezogenen ESG-Risikoereignissen war mit Greenwashing verbunden, ein Anstieg von einem von fünf im letzten Jahr, wurde festgestellt, während auch bekannt wurde, dass eines von drei Unternehmen, die mit Greenwashing in Verbindung gebracht werden, auch in das sogenannte ‚Social Washing‘ verwickelt war.

‚Social Washing‘ tritt auf, wenn Unternehmen sich präsentieren, indem sie ‚ein grundlegendes soziales Problem verschleiern‘ – wie beispielsweise Menschenrechtsverletzungen, um ihren Ruf und ihre finanzielle Leistung zu schützen.

Irreführende Kommunikation zu Umwelt- und sozialen Themen behindert nicht nur den Fortschritt in Richtung gemeinsamer Ziele, sondern untergräbt auch das Vertrauen von Verbrauchern und Investoren – schlussfolgert RepRisk in dem Bericht.

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