China exportiert drei Mal mehr in die Europäische Union als es importiert, und ein so großes Handelsdefizit ist nicht nachhaltig, stellte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen vor dem EU-China-Gipfel fest, der am Donnerstag in Peking beginnt.
– Das Handelsungleichgewicht hat sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt und erreicht fast 400 Milliarden Euro, sagte von der Leyen in einem Interview mit dem European Newsroom (ENR), einem gemeinsamen Projekt von etwa 20 europäischen Nachrichtenagenturen, darunter Hina.
Von der Leyen warnt, dass die europäischen Exporte nach China nur geringfügig höher sind als die Exporte in die Schweiz.
– Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, unsere Handelsbeziehungen auszugleichen, um einen nachhaltigen Handel zwischen der EU und China zu haben. Es ist auch im Interesse Chinas, dass die Handelsbeziehungen nachhaltig sind, und die europäischen Führer werden das Ungleichgewicht in den Handelsbeziehungen nicht lange tolerieren, sagte von der Leyen.
Sie fügte hinzu, dass die Europäische Union über Instrumente verfügt, um ihren Markt zu schützen, aber es vorzieht, auf verhandelte Lösungen zurückzugreifen.
Die Europäische Union versucht, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, ohne die Beziehungen abzubrechen. Die europäische Seite beklagt die geschlossene Natur des chinesischen Marktes für europäische Unternehmen und versteckte Subventionen, die chinesischen Unternehmen einen unfairen Vorteil verschaffen.
– Im einheitlichen europäischen Markt schützen wir den fairen Wettbewerb und erwarten dasselbe, wenn es um globale Akteure geht, die in unseren Markt eintreten, sagte von der Leyen.
Von der Leyen, die die EU in Peking zusammen mit dem Präsidenten des Europäischen Rates Charles Michel vertreten wird, sagt, dass das Treffen ein ‚Gipfel der Entscheidungen‘ unter verschiedenen Optionen zur Verbesserung der Beziehungen ist.
