Juričić ist als Journalist ausgebildet und hat sich dann auf transformationales Leadership in Amerika und die Bewertung regulatorischer Auswirkungen in Belgien spezialisiert. Er hat Erfahrung sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor, wo er als stellvertretender Staatssekretär (Hitrorez, Hitro.hr), dann als Staatssekretär für Investitionen und in der Diplomatie als Erster Sekretär der kroatischen Botschaft in Washington tätig war. Seine letzte Position im öffentlichen Sektor war als Leiter des Büros der Präsidentin der Republik Kroatien, Kolinda Grabar-Kitarović, wo er auch ihren Wirtschaftlichen Rat leitete. Er hat auch als Berater für Reformprojekte der Weltbank gearbeitet, hauptsächlich in Asien, dem Nahen Osten und Südosteuropa.
Was halten Sie für die größten geopolitischen Herausforderungen im Jahr 2024?
– Zunächst einmal die amerikanische Wahlkampagne. Die USA werden sich inmitten einer intensiven Wahlkampagne befinden, was traditionell einen inward focus und potenziell eine Schwächung des außenpolitischen Fokus bedeutet. Dies kann Raum für globale Akteure schaffen, um die vorübergehende Verwundbarkeit der amerikanischen Außenpolitik auszunutzen. Darüber hinaus gibt es die Wahlen in der Europäischen Union, die den Fokus vorübergehend von internationalen Themen auf innere Angelegenheiten umleiten können. Andere Staaten oder nichtstaatliche Akteure können diese Zeit nutzen, um ihre Interessen zu fördern, während die Aufmerksamkeit der EU teilweise nach innen gerichtet ist. Ich möchte betonen, dass eine erhöhte Aktivität im Cyberspace erwartet wird, insbesondere im Hinblick auf Wahlkampagnen in den USA und der EU. Dazu gehören mögliche Versuche ausländischer Einflussnahme auf Wahlen, Desinformation und Cyberangriffe, die die Innenpolitik dieser Regionen erheblich beeinflussen können. Die dritte Herausforderung ist die Frage Taiwan, die ein zentrales Thema in der chinesischen Außenpolitik bleiben wird. Es besteht die Möglichkeit, dass China versucht, die globale Ablenkung, insbesondere von den USA, auszunutzen, um seine Positionen in Bezug auf Taiwan zu stärken, möglicherweise sogar durch eine Seeblockade. Dies könnte erhebliche Spannungen in der Region hervorrufen, insbesondere wenn die USA und ihre Verbündeten beschließen zu reagieren. Dies sind nur drei von mindestens siebzehn großen geopolitischen Risiken, die wir bei MKPS in unserer Analyse für Kunden Ende letzten Jahres identifiziert haben und die in diesem Jahr sorgfältig überwacht werden sollten, da sie nicht nur die Europäische Union, sondern natürlich auch Kroatien erheblich beeinflussen können.
