Seit das deutsche Verteidigungsunternehmen Renk und International Airport in Athens letzten Monat an die Börse gingen, haben sich ihre Aktienwerte erheblich erhöht. Dank des Wertzuwachses von Renk von 27 Prozent und des Flughafens Athen von 15 Prozent in den ersten Handelstagen sind dies die beiden größten IPOs in Europa bisher in diesem Jahr. Europa wird jedoch voraussichtlich in diesem Jahr noch mehrere bedeutende Börsengänge erleben, schreibt die Financial Times.
Namentlich kündigte die deutsche Kosmetikmarke Douglas Anfang März ihren Börsengang an ankündigte ihren Börsengang, gefolgt von dem Schweizer Galderma, ebenfalls ein Kosmetikunternehmen, und der italienischen Schuhmarke Golden Goose sowie der spanischen Kosmetik- und Modegruppe Puig, die ebenfalls ihre IPO-Pläne bekannt gegeben haben. Der bekannte deutsche Anbieter FlixBus wartet ebenfalls auf seinen Börsengang, der im Juni erwartet wird und den ersten von Wagniskapital unterstützten IPO in Europa in diesem Jahr markiert.
Trotz der Krise und der milden Rezession im vergangenen Jahr hat der europäische Markt für Börsengänge den stärksten Jahresstart seit der Pandemie im Jahr 2020 verzeichnet, so die Financial Times, dank neuer Rekorde in europäischen Aktien. So haben der deutsche Aktienindex DAX und der französische CAC in diesem Jahr Rekordhöhen erreicht, und auch der Stoxx Europe 600 Index entwickelt sich gut. Die Ankündigungen der Europäischen Zentralbank, dass sie bereits im Juni mit der Senkung der Zinssätze beginnen wird, wirken sich positiv auf die Märkte aus. Dies ist ein Lichtblick für die lang erwartete Erholung der europäischen Wirtschaft.
Rückkehr des Vertrauens
Laut Daten der London Stock Exchange Group haben europäische Unternehmen von Januar bis jetzt 3,2 Milliarden Dollar durch IPOs gesammelt, was mehr als das Doppelte des Betrags im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres ist. Douglas und Galderma haben dem europäischen Kapitalmarkt durch die Präsentation ihrer IPO-Pläne in der letzten Woche neuen Schwung gegeben. Douglas, im Besitz von Luxemburgs CVC Capital Partners (das übrigens ebenfalls einen IPO plant, nachdem es ihn im letzten Jahr verschoben hat), beabsichtigt, 1,1 Milliarden Euro an der Frankfurter Börse zu sammeln und strebt eine Bewertung von rund 6 Milliarden Euro an. Dies wäre ein größerer IPO in Frankfurt als der von Porsche vor zwei Jahren. Die Dermatologiegruppe Galderma, die von der schwedischen Gruppe EQT kontrolliert wird, zielt darauf ab, in ihrem IPO an der Schweizer Börse bis zu 2,3 Milliarden Dollar zu sammeln.
