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Odak: Wir sind zunehmend vom Tourismus abhängig, aber eine lange Rezession wird nicht wieder passieren

Das aktuelle Wachstumsmodell der kroatischen Wirtschaft ist zunehmend vom Tourismus abhängig, aber wir können keine Wiederholung der Krise zwischen 2009 und 2015 erleben, so Damir Odak, Mitglied des Prüfungsausschusses der Europäischen Zentralbank. In seiner Präsentation ‚Zwei Wachstumsmodelle der kroatischen Wirtschaft im 21. Jahrhundert‘ reflektierte Odak über das letzte Vierteljahrhundert der kroatischen Wirtschaftsgeschichte. Das Hauptthema seiner Präsentation beim Finanzinvestitionsforum von Lider war die Antwort auf die Frage, warum die kroatische Wirtschaft – wenn sie wächst, schneller wächst als der weltweite Durchschnitt und warum 2020 der Wert unserer Wirtschaft doppelt so stark fiel wie der weltweite Durchschnitt.

Laut ihm wuchs die kroatische Wirtschaft nach den katastrophalen 1990er Jahren zwischen 2000 und 2008 insgesamt um 40 Prozent, während das weltweite BIP nur um fünf Prozent zulegte.

– Wenn die kroatische Wirtschaft wächst, wächst sie schnell, aber wenn sie stoppt, fällt sie – behauptet Odak.

Das Wachstumsmodell zwischen 2000 und 2008 basierte hauptsächlich auf dem Zufluss ausländischer Direktinvestitionen. Dies war ein echter Zufluss, der 15 Prozent des BIP ausmachte, der sich relativ schnell in die Kaufkraft der einheimischen Bevölkerung umwandelte. Zu dieser Zeit änderte sich das Eigentum der Mehrheit der Unternehmen, und die qualitativ hochwertigeren gingen größtenteils in ausländischen Besitz über.

Ein strukturelles Merkmal dieser Periode war das schnelle Wachstum der Finanz- und Bauwirtschaft, das sich in einem signifikanten Anstieg der Kreditvergabe (und damit der privaten Schulden) und Immobilienkäufe manifestierte. Auf der anderen Seite erhielt die Industrie sehr wenig ausländische Direktinvestitionen, und es ist interessant zu bemerken, dass der Tourismus für ausländische Investoren äußerst unattraktiv war – nur drei Prozent der ausländischen Investitionen flossen in diesen Sektor. Ein solches Wachstumsmodell legte die Grundlage für die Rezession, die 2009 kam, die nur teilweise durch die damalige globale Wirtschaftskrise verursacht wurde, die sehr schnell endete.

– Die Rezession wurde durch den Stopp der Kapital- und Kreditzuflüsse verursacht. Zu dieser Zeit fiel die inländische Nachfrage und damit die Rentabilität der Investitionen – sagte Odak.

Von 2015 bis heute wächst jedoch die kroatische Wirtschaft dank des Tourismus, und die Mehrheit der inländischen Nachfrage stammt aus diesem Sektor. Zum Beispiel stieg der Devisenzufluss aus dem Tourismus von 12 Prozent im Jahr 2014 auf 18 Prozent des BIP im letzten Jahr.

– Etwa 25 bis 30 Prozent des BIP werden aus Tourismuszuflüssen generiert – sagte Odak.

Ein strukturelles Merkmal des aktuellen Modells ist der Rückgang des Anteils des Bankensektors und das Wachstum der Transport-, Telekommunikations- und (erneut) Bauwirtschaft.

– Je länger das Modell funktioniert, desto größer wird die Abhängigkeit vom Tourismus sein, aber wir können keine lange Rezession wie von 2009 bis 2015 wieder erleben – glaubt Odak.

Die gute Nachricht ist, dass die ausländischen Direktinvestitionen zurückgekehrt sind, aber die schlechte Nachricht ist, dass ein Drittel dieser Investitionen in Immobilien fließt, was eine unproduktive Richtung ist, schloss Odak.

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