Der norwegische Statkraft, das führende europäische Unternehmen in der Produktion erneuerbarer Energien, hat eine Reduzierung seiner ehrgeizigen Pläne zum Bau neuer Wind- und Solarkraftwerke aufgrund sinkender Strompreise und steigender Kosten angekündigt. Birgitte Vartdal, die im April die CEO-Position übernommen hat, hat sich zu einer ’scharferen‘ Strategie verpflichtet, um mit diesem ’schwierigen Umfeld‘ umzugehen.
– Der Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien erfolgt in Europa und dem Rest der Welt in einem zunehmenden Tempo. Die Marktbedingungen für die gesamte Branche der erneuerbaren Energien werden jedoch zunehmend herausfordernd – erklärte Vartdal.
Obwohl Statkraft nicht börsennotiert ist, deuten öffentliche Märkte auf einen Rückgang der Nachfrage nach erneuerbaren Energien hin. Der S&P Global Clean Energy Index, der Hersteller von Windturbinen und Solarpanelen umfasst, ist seit Juli letzten Jahres um 25 Prozent gefallen, während ESG-Aktienfonds bis Ende Mai in diesem Jahr 38 Milliarden Dollar an Abflüssen erlitten haben.
Statkraft, das im Besitz des norwegischen Staates ist und hauptsächlich Energie aus seiner umfangreichen Flotte von Wasserkraftwerken erzeugt, hat Pläne zur Verlangsamung des Kapazitätswachstums angekündigt. Ab 2026 zielt das Unternehmen nun darauf ab, jährlich 2-2,5 GW an Onshore-Wind-, Solar- und Batteriespeicher zu installieren – potenziell genug, um etwa 2,5 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Dies im Vergleich zu einem vorherigen Ziel von 2,5-3 GW jährlich ab 2025 und 4 GW jährlich ab 2030.
Für Offshore-Wind zielt das Unternehmen nun darauf ab, bis 2040 insgesamt 6-8 GW zu entwickeln, was eine Verringerung des vorherigen Ziels von 10 GW darstellt.
Wir glauben weiterhin fest an Offshore-Wind und möchten dort bleiben, aber wir reduzieren unsere Ambitionen etwas – sagte Vartdal.
Darüber hinaus erwarb Statkraft im vergangenen Jahr das spanische Unternehmen für erneuerbare Energien Enerfin für 1,8 Milliarden Euro. Trotz dieser Akquisition hat sich das Unternehmen unter einer Handvoll europäischer Unternehmen wiedergefunden, die beschlossen haben, ehrgeizige grüne Pläne zu verlangsamen.
