Home / Geschäft und Politik / Insolvenzen in Deutschland auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren

Insolvenzen in Deutschland auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren

Die Welle von Insolvenzen in Deutschland setzte sich bis Juli fort und erreichte den höchsten Stand seit zehn Jahren, berichtete das Institut für Wirtschaftsforschung (IWH).

Im Juli meldeten insgesamt 1.406 Unternehmen Insolvenz an, ein Drittel mehr als im Vorjahr, berechnete das IWH in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Das Institut analysiert die neuesten Gerichtsunterlagen zu Insolvenzanträgen und korreliert diese mit Unternehmensbilanzen, merkt die dpa-Agentur an.

In 10 Prozent der Unternehmen mit dem höchsten Umsatz werden Insolvenzen fast 10.000 Arbeitsplätze betreffen, warnten sie.

Im Jahr 2023 erklärten laut Statistik 17.814 Unternehmen Insolvenz, was 22,1 Prozent mehr als im Vorjahr ist.

Die Welle von Insolvenzen betraf im Juli alle Sektoren, aber der größte Anstieg wurde in der verarbeitenden Industrie mit 145 Anträgen im Juli verzeichnet, 45 Prozent mehr als im Juni.

Die Daten für August werden voraussichtlich einen leichten Rückgang zeigen, aber im September wird eine Fortsetzung des Aufwärtstrends erwartet, sagte Steffen Mueller, Leiter der Insolvenzforschung am IWH.

Das bedeutet, dass die Anzahl der Anträge voraussichtlich über dem Niveau vor der Pandemie bleiben wird, schätzt Mueller.

Die IWH-Daten für Juli basieren auf einer Studie der Restrukturierungsberatung Falkensteg, die ergab, dass in der ersten Jahreshälfte 162 Unternehmen mit einem Umsatz von über 10 Millionen Euro Insolvenz anmeldeten, 41 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Welle von Insolvenzen bei mittelständischen und großen Unternehmen in Deutschland wurde durch steigende Energie- und Materialkosten sowie schwächere Nachfrage ausgelöst, wobei die meisten Anträge aus dem Immobiliensektor, von Automobilzulieferern und Maschinenbauern kamen, zitierte die Wirtschaftszeitung Handelsblatt die Forschungsergebnisse.

Im Mai prognostizierte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine Fortsetzung des Aufwärtstrends und hob hervor, dass strukturelle Probleme wie ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften die deutsche Wirtschaft behindern.

Markiert: