Die Europäische Union steht vor einigen der komplexesten Herausforderungen ihrer Geschichte. Geopolitische Störungen und Instabilität sind zunehmend präsent, neben zahlreichen disruptiven Faktoren wie dem Aufstieg der künstlichen Intelligenz und demografischen Veränderungen, wobei der Wettbewerb mit den USA und China härter ist als je zuvor. All dies führt zu äußerst unsicheren Perspektiven für die Zukunft, schreibt EY in seiner Forschung.
Mario Draghi, betonte in einem aktuellen Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit, dass Europa dringend Maßnahmen ergreifen muss, um sich auf der globalen Bühne zu behaupten. Zu diesen Maßnahmen gehören die Reform des Innovationszyklus, die Dekarbonisierung, die Stärkung der Sicherheit und die Verringerung der Abhängigkeit von anderen Regionen.
Es besteht Einigkeit: Veränderungen sind dringend erforderlich, und die oben genannte Forschung, die kürzlich von EY durchgeführt wurde, zeigt, dass die ausländischen Investitionen in Europa im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um 4 Prozent gesunken sind und nun 11 Prozent niedriger sind als vor der Pandemie. Trotz der Hoffnungen auf eine Erholung nach der Pandemie sieht sich Europa mit verlangsamtem Wirtschaftswachstum, steigender Inflation, hohen Energiepreisen und einem herausfordernden geopolitischen Umfeld konfrontiert.
Europa steht vor zahlreichen Herausforderungen, und die politischen Entscheidungsträger allein können die notwendigen Veränderungen nicht erreichen, daher erklärt EY, dass Unternehmen eine Schlüsselrolle bei der Suche nach Lösungen spielen müssen.
Fünf Prioritäten für die Zukunft Europas
EY skizziert in seiner Forschung fünf Prioritäten für die Zukunft Europas, die sind:
Stärkung des internationalen Handels und der Investitionen
In den nächsten fünf Jahren wird die EU mit einem komplexen geopolitischen Umfeld und ernsthaften Herausforderungen für die internationale Ordnung konfrontiert sein. Während die EU versucht, externe Abhängigkeiten zu verringern und strategische Autonomie zu gewährleisten, wird der Aufbau enger Handelsbeziehungen entscheidend sein. EY ist der Meinung, dass es notwendig ist, den globalen Handel und die Investitionen neu zu definieren, mit einem Schwerpunkt auf nachhaltigen Praktiken und Freihandelsabkommen sowie der Beschleunigung der digitalen Transformation. Die EU muss auch komplexe Vorschriften vereinfachen, die Geschäfte teuer und kompliziert machen, und Reformen der Welthandelsorganisation unterstützen, um effektive Lösungen für Handelsstreitigkeiten zu gewährleisten. Es ist wichtig, Lieferketten und Zollcodes zu synchronisieren, mit enger Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor.
Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der EU
Wettbewerbsfähigkeit sollte im Mittelpunkt der europäischen Politik stehen. Das bedeutet, den digitalen und grünen Übergang als Vorteil und nicht als regulatorische Belastung zu gestalten. Andere Faktoren, wie Geschäftskosten, müssen sorgfältig verwaltet werden, um die Attraktivität Europas nicht zu untergraben. Es ist an der Zeit, eine starke Botschaft zu senden, dass Europa offen für Geschäfte ist und seine besten Tage noch bevorstehen. Die EU-Kapitalmarktunion gewinnt an Schwung, und es ist wichtig, diese Energie aufrechtzuerhalten, indem Technologie genutzt wird, um die Finanzmärkte attraktiver und zugänglicher zu machen. Die Steuerpolitik muss vereinfacht werden, während der Binnenmarkt entscheidend für das Geschäft in der EU bleibt, erklärt EY.
