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Europäische Regulierungsbehörden in Alarmbereitschaft wegen DeepSeek

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Die italienische Regulierungsbehörde (Garante) hat am Donnerstag den KI-basierten Dienst des chinesischen Startups DeepSeek dringend blockiert, während Frankreich und Irland Informationen angefordert haben, um potenzielle Bedrohungen für die persönlichen Daten der Nutzer zu ermitteln. Am Dienstag forderte Garante Informationen von den chinesischen Unternehmen Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence und Beijing DeepSeek Artificial Intelligence bezüglich der Nutzung der persönlichen Daten der Nutzer an und berücksichtigte dabei das ‚potenziell erhebliche Risiko für die Daten von Millionen von Menschen in Italien‘.

Die Regulierungsbehörde wollte wissen, welche Daten gesammelt werden, zu welchem Zweck, auf welcher rechtlichen Grundlage und ob diese auf Servern in China gespeichert werden, so eine am Dienstag auf der Website veröffentlichte Erklärung. Die Unternehmen wurden aufgefordert, die Regulierungsbehörde darüber zu informieren, welche Informationen zur Schulung des KI-Systems verwendet werden und, falls die Daten durch ‚Scraping‘ des Internets gesammelt werden, zu klären, wie sie registrierte und nicht registrierte Nutzer über diese Praxis informiert haben.

Garante setzte eine Frist von 20 Tagen für die Lieferung der angeforderten Informationen. Bereits am Donnerstag blockierten sie dringend den Zugang der Nutzer zum Dienst von DeepSeek und eröffneten eine Untersuchung, da die bereitgestellten Informationen als ‚völlig unzureichend‘ eingestuft wurden. Die Unternehmen erklärten, dass sie nicht in Italien tätig sind und dass europäische Gesetze nicht auf sie zutreffen, stellte die Regulierungsbehörde in einer Erklärung fest. DeepSeek reagierte nicht sofort auf die Anfrage von Reuters zu den Maßnahmen der italienischen Regulierungsbehörde.

Unter Beobachtung in Frankreich und Irland

Am Donnerstag berichtete auch die französische Datenschutzbehörde, dass sie eine Untersuchung einleiten werde, um Einblick in die Funktionsweise des KI-Systems von DeepSeek zu erhalten und potenzielle Risiken für die Privatsphäre der Nutzer zu überprüfen.

– Die Abteilung für künstliche Intelligenz der CNIL analysiert derzeit dieses Tool – sagte ein Sprecher.

DeepSeek steht auch in Irland unter Beobachtung, wo die Regulierungsbehörde Informationen zur Verarbeitung der Daten irischer Nutzer angefordert hat. Die EU-Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten (DSGVO) gehören zu den strengsten und umfassendsten der Welt, und Verstöße können mit einer Geldstrafe von vier Prozent des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens geahndet werden, merkt Reuters an.

Westliche Länder sollten dem Erfolg des KI-Modells von DeepSeek gerecht werden und mehr Menschen die Möglichkeit geben, von den Vorteilen des technologischen Fortschritts zu profitieren, sagte der Analyst des Technologiesektors Liu Dingding gegenüber der chinesischen Zeitung Global Times.

‚Open Source Plattform‘

Technologie sollte geteilt und zum Nutzen der gesamten Menschheit verwendet werden, nicht monopolisiert, erklärte Liu. Der Forscher an der Akademie der Sozialwissenschaften in Peking, Wang Peng, ist der Ansicht, dass, da DeepSeek eine Open-Source-Plattform ist, restriktive Maßnahmen die Entwicklung nicht erheblich behindern werden.

Der Sprecher der japanischen Regierung, Yoshimasa Hayashi, entschied sich bei einer Pressekonferenz am Dienstag für einen ‚maßvollen Ansatz‘, schreibt Global Times. Der japanische Beamte erklärte, dass Tokio keine spezifischen Vorschriften für DeepSeek eingeführt hat, aber Japan die globalen Trends in der künstlichen Intelligenz genau beobachten wird, unter Berufung auf einen Bericht der japanischen Zeitung Nikkei.