Und während Trump mit sich selbst verhandelt, ob er den asiatischen Riesen TikTok vom amerikanischen Markt entfernen oder ihm erlauben soll, zu operieren, weil es Einnahmen für Hunderttausende amerikanischer Content-Ersteller generiert, investieren Unternehmen weiterhin in Influencer-Marketing. Unabhängig davon, welche Plattform angehende Nutzer jetzt oder in Zukunft nutzen werden, werden Marken sie weiterhin mit ihren großzügigen Budgets im Austausch für Werbung belohnen.
Die Tatsache, dass dies wahr ist, belegen die Daten, dass allein in den USA mehr als 9,3 Milliarden Dollar für Influencer-Marketing bereitgestellt werden, und Unternehmen, die mit Creators arbeiten, erhalten kontinuierlich finanzielle Einspritzungen. Beispielsweise sicherte sich das Influencer-Startup ShopMy im Januar zusätzliche 77 Millionen Dollar in einer Series-B-Finanzierung, und die Influencer-Marketing-Agentur Later plant, den Konkurrenten Mavely für läppische 250 Millionen Dollar zu übernehmen. Angesichts der Hunderte Millionen Dollar, die in diesen lukrativen Markt investiert werden, listete Adam Rossow, Mitbegründer des amerikanischen Unternehmens, das sich auf Messungen im Bereich Influencer-Marketing spezialisiert hat, Group RFZ, mehrere interessante Vorhersagen für AdWeek auf, die 2025, wie er sagt, transformativ für Creators und deren Investoren (sprich: Marken) machen werden.
Wechsel zu YouTube
Um zu beginnen, sprach er über das berühmte TikTok und seinen potenziellen Austritt aus dem großen amerikanischen Markt, der nach wie vor die Hauptquelle aller Verbraucher- und Kulturtrends im Rest der Welt bleibt. Wenn es tatsächlich verboten wird, lautet die Milliarden-Dollar-Frage: Wohin werden seine 170 Millionen amerikanischen Nutzer (über eine Milliarde weltweit) gehen? Laut einer Studie von Group RFZ scheint YouTube der erste Halt für Creators zu sein, die TikTok verlassen. Im Falle eines Verbots werden 46 % YouTube mehr nutzen, 39 % Instagram, 38 % YouTube Shorts, 30 % Facebook und 23 % X (ehemals Twitter). Es scheint, dass die Funktionen von YouTube denjenigen von TikTok am ähnlichsten sind, da sein Algorithmus auf ähnliche Weise über Benutzerinteressen lernt und Empfehlungen basierend auf der Interaktion mit Inhalten bereitstellt. Da es derzeit schwierig ist, vorherzusagen, wie sich die Situation entwickeln wird, rät Rossow den Marken, nicht zu warten, sondern zu handeln. Anstatt in einen Kanal zu investieren und sich dort zu positionieren, sollten sie ihre Inhalte und die Zusammenarbeit mit Influencern mehr auf sie ausrichten und eine Multichannel-Strategie wählen.
Daher gilt, wenn es um diese Art von Marketing geht, das alte Sprichwort, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen sollte, denn man weiß nie, welche Plattform das nächste Ziel sein wird. Während Marken einerseits ihre Strategie über mehrere Kanäle diversifizieren müssen, sollten sie LinkedIn mehr Aufmerksamkeit schenken, das bisher bei Fachleuten als ernsthaftere Version von Facebook beliebt war. In den letzten Jahren, insbesondere seit Videoformate auf dieser Plattform getestet wurden, hat LinkedIn jedoch vollwertige Influencer hervorgebracht. Die Betreiber haben ihre Algorithmen angepasst, um Creators und originale Inhalte zu priorisieren, und bieten neue Tools und Analysen an, um die Plattform für Content-Ersteller sowie Agenturen und Marken interessanter und ansprechender zu gestalten.
LinkedInfluencers
Es ist ganz klar, betont Rossow, warum die Beliebtheit von LinkedIn steigt – die Nutzerbasis ist professionell, engagiert und einflussreich. Darüber hinaus hat die Pandemie sie dazu veranlasst, aktiver und innovativer zu sein. Immer mehr Creators versuchen, dieses Publikum zu erreichen, und Marken finden neue Wege, ihre Produkte zu bewerben. Diese erfolgreiche Transformation von LinkedIn von einer spärlichen Geschäftsplattform in einen innovativen, unterhaltsamen Spielplatz für Creators spiegelt sich auch in der Entstehung von Agenturen und Spezialisten wider, die sich ausschließlich auf Influencer-Marketing auf LinkedIn konzentrieren. Dieser Trend wird in diesem Jahr anhalten und sich sogar verstärken – es werden mehr Agenturen entstehen, die sich auf LinkedIn spezialisieren, und mehr Strategien werden ausschließlich für das Ökosystem dieser Plattform maßgeschneidert. Marken haben wenig Zeit zum Nachdenken; sie müssen in diese Richtung gehen, solange die Plattform noch nicht übermäßig gesättigt ist und die Algorithmen günstig sind. Was die Branchen betrifft, so stellte der Experte Rossow in AdWeek fest, dass Influencer-Marketing in den meisten Sektoren im letzten Jahrzehnt erheblich zugenommen hat, aber keiner so schnell gewachsen ist wie in der Pharmaindustrie, die durch strenge Vorschriften und begrenzte Regeln für das Marketing gekennzeichnet ist.
