Geothermie hat definitiv das Potenzial, zu einem neuen Trend bei den erneuerbaren Energiequellen zu werden, und Kroatien könnte in diesem Energiesegment als führend in der Region hervorgehen, hauptsächlich aufgrund des hohen geothermischen Gradienten des Pannonischen Beckens. Es müssen jedoch zunächst einige Fragen geklärt werden, wie die Finanzierungsquellen für die Erkundungsphase potenzieller Quellen und wie die Stromproduktion durch ihren Preis gefördert wird. Dies sind die Hauptbotschaften des gestrigen Geothermal Investment Forum Kroatien, das von der Kroatischen Handelskammer und Alpheus organisiert wurde.
– Die Internationale Energieagentur kündigt an, dass in den nächsten 15 Jahren die Produktion von Kohle, Öl und Gas ihren Höhepunkt erreichen wird, was bedeutet, dass die Welt an einem Wendepunkt steht und wir langfristig und strategisch denken müssen. Denn wenn es weniger fossile Brennstoffe in einer Welt gibt, die demografisch wächst und mehr Energie verbraucht, bedeutet das unvermeidlich, dass Energie morgen teurer sein wird, und wir müssen bereits in alternative Energiequellen investieren. Ohne sichere Energieversorgung gibt es keine politische oder wirtschaftliche Sicherheit, es gibt kein Militär, und es gibt kein Licht oder Heizung. Daher ist es wichtig, dass Kroatien seine Energieinfrastruktur entwickelt – erklärte der Premierminister der Republik Kroatien, Andrej Plenković, auf der Konferenz.
In diesem Zusammenhang hob der Premierminister die Geothermie als erneuerbare, zuverlässige und kosteneffektive Quelle hervor, die eine Lösung für bevorstehende Herausforderungen sein könnte. Der Premierminister erinnerte daran, dass die EU vor der russischen Aggression gegen die Ukraine 56 Prozent ihres Energiebedarfs importierte, von denen 70 Prozent fossile Energie waren. Er fügte hinzu, dass die EU 96 Prozent ihres Ölbedarfs, 84 Prozent ihres Gasbedarfs und 57 Prozent ihres Kohlebedarfs importiert, während Kroatien 80 Prozent Öl, 75 Prozent Gas und 100 Prozent Kohle importiert. Damit werden die Energiebedürfnisse Kroatiens ähnlich wie in Europa gedeckt, was es ähnlich verletzlich macht.
