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Die EU hat 58 Millionen Euro aus der Aufsicht über digitale Plattformen eingenommen

Mehrere große Online-Plattformen haben rechtliche Schritte gegen die von der Europäischen Kommission auferlegten Gebühren eingeleitet, die aufgrund ihres Status als ’sehr große Online-Plattformen (VLOP)‘ im Rahmen des Digital Services Act (DSA) erhoben wurden. Konkret hat die Europäische Kommission im vergangenen Jahr insgesamt 58,2 Millionen Euro an Aufsichtsgebühren von den größten Online-Plattformen in der Europäischen Union gesammelt, wie aus einem Bericht der Kommission an das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten hervorgeht.

Die Gebühren wurden für Plattformen mit mehr als 45 Millionen monatlichen Nutzern erhoben und sollen die Kosten für die Umsetzung des DSA im Jahr 2025 decken, einschließlich Personal- und Verwaltungskosten, wie die Europäische Kommission bekannt gab.

Der Betrag, den jede Plattform zahlen muss, darf 0,05 Prozent des globalen Gewinns des Dienstanbieters im vorhergehenden Geschäftsjahr nicht überschreiten.

Rechtliche Schritte gegen die Kommission

Drei große Online-Plattformen – Meta, TikTok und Google – haben gemeinsam fünf Klagen gegen die Aufsichtsgebühren eingereicht, die alle noch anhängig sind. Ihre rechtlichen Argumente umfassen Ansprüche auf Unfairness und mangelnde Transparenz bei der Berechnung der Gebühren sowie die Frage, ob die Maßnahmen der Kommission mit dem europäischen Recht übereinstimmen. Eine gerichtliche Entscheidung könnte einen Präzedenzfall für zukünftige regulatorische Maßnahmen schaffen.

Der Digital Services Act, der darauf abzielt, die Transparenz zu erhöhen und Plattformen für die Verbreitung von gefälschtem und illegalem Inhalt im Internet zur Verantwortung zu ziehen, trat Ende 2023 in Kraft, aber seine vollständige Anwendung auf alle Online-Plattformen begann im Februar 2024. Seit 2023 hat die Kommission etwa 25 ’sehr große Online-Plattformen‘ benannt, darunter Meta, TikTok, Amazon, Shein, LinkedIn und Zalando, die strengen regulatorischen Anforderungen des DSA unterliegen.

Im Berichtszeitraum 2024 hat die Kommission etwa 100 Informationsanfragen an die größten Plattformen gesendet und neun formelle Verfahren gegen mehrere Dienstanbieter eröffnet. Die Hauptgründe für die Einleitung dieser Verfahren sind Verdachtsmomente hinsichtlich der Nichteinhaltung von Regeln zur Inhaltsmoderation, zum Schutz von Nutzerdaten und zu Werbepraktiken, die den Wettbewerb auf dem Markt verzerren könnten.

Um die Umsetzung des DSA sicherzustellen, hat die Kommission im vergangenen Jahr mehr als fünfzig Experten eingestellt, darunter rechtliche und politische Berater, Datenwissenschaftler, Technologieexperten, Kommunikationsbeauftragte, Budget- und Prüfungsspezialisten sowie Projektmanager. Laut dem Bericht dauerten die Einstellungsverfahren jedoch länger als erwartet, was zu weniger festen Verträgen als geplant führte. Darüber hinaus deckten die im Jahr 2023 erhobenen Gebühren nicht alle Kosten der Kommission im Zusammenhang mit dem DSA, was zu einem Defizit von 514.061 Euro führte.

Laufende Ermittlungen

Keine der Ermittlungen, die die Kommission im Rahmen des DSA eingeleitet hat, wurde bisher abgeschlossen. Am weitesten fortgeschritten ist die Untersuchung gegen Plattform X wegen angeblichen Mangels an Transparenz und Nichterfüllung von Rechenschaftspflichten, deren vorläufige Ergebnisse bereits im Juli 2023 veröffentlicht wurden. Mögliche Sanktionen könnten erhebliche Geldstrafen oder zusätzliche regulatorische Maßnahmen umfassen, wenn festgestellt wird, dass die Plattform gegen die Regeln verstoßen hat.

Diese regulatorischen Maßnahmen sind Teil der umfassenderen Idee der Europäischen Union, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken digitaler Plattformen sicherzustellen, die Verbreitung von Fehlinformationen zu reduzieren und die Nutzerrechte zu schützen. Neben dem DSA tritt auch das Digital Markets Act (DMA) in Kraft, das darauf abzielt, monopolistische Praktiken zu begrenzen und den Wettbewerb im Markt für digitale Dienstleistungen zu erhöhen.

Laut dem DMA-Gesetz beabsichtigte die Union kürzlich, Meta, Apple mit 10 Prozent des globalen Jahresumsatzes des Unternehmens zu bestrafen, ließ dies jedoch letztendlich fallen, und es wurden viel kleinere Geldstrafen angekündigt. Die Kommission rechtfertigte dies mit der Befürchtung eines eskalierenden Konflikts mit Donald Trump.

Rechtsstreitigkeiten zwischen Technologiegiganten und der Europäischen Kommission werden voraussichtlich Jahre dauern, da beide Seiten versuchen, die Grenzen der regulatorischen Kontrolle über den digitalen Raum zu definieren. Das Ergebnis dieser Fälle könnte die Regulierung des digitalen Marktes langfristig prägen, die Geschäftsmodelle großer Plattformen beeinflussen und einen Präzedenzfall für zukünftige technologische Regulierungen schaffen.